Farbrolle mit weißer Wandfarbe an einer hellgrauen Wand
Renovieren & Reparieren

Lesedauer 14 Minuten

Wände streichen: Farbmenge berechnen, Untergrund prüfen, streifenfrei rollen

Im Altbau-Beispiel brauchst du je nach Farbe 10 bis 15 Liter für zwei Anstriche. Mit Farbmengen-Rechner und Wandproben.

Auffrischen, umstreichen oder Auszug?

Weiß auf Weiß aufzufrischen ist eine andere Aufgabe, als eine rote Wand wieder weiß zu bekommen. Für das Auffrischen sehen die Datenblätter hochdeckender Farben einen satten, gleichmäßigen Anstrich vor. Bei starkem Farbkontrast und auf saugendem Untergrund wie neuer Raufaser kommt laut Datenblatt ein Voranstrich mit derselben Farbe dazu, also zwei Arbeitsgänge.

Ziehst du aus, entscheidet zuerst dein Mietvertrag, ob du überhaupt streichen musst; wie du die Klausel prüfst, zeigt Renovieren bei Auszug. Hast du die Wohnung unrenoviert übernommen und dafür keinen angemessenen Ausgleich bekommen, ist eine Formularklausel, die dir die Schönheitsreparaturen auferlegt, unwirksam (BGH, Urteil vom 18. März 2015, VIII ZR 185/14). Dass die Wohnung unrenoviert war, musst du beweisen – Einzugsprotokoll und Fotos vom Einzug helfen dir dabei.

Eine eigene Regel gilt für kräftige Farben: Wer eine neutral gestrichene Wohnung übernimmt und sie in einem ausgefallenen farblichen Zustand zurückgibt, den viele Mietinteressenten nicht akzeptieren und der eine Neuvermietung praktisch unmöglich macht, schuldet Schadensersatz (BGH, Urteil vom 6. November 2013, VIII ZR 416/12). Im entschiedenen Fall waren einzelne Wände rot, gelb und blau; die Vermieterin ließ sie mit Haftgrund vorstreichen und alle Wände und Decken zweimal streichen und gab dafür 3.648,82 € aus. Nach Verrechnung mit der Kaution sprach ihr das Berufungsgericht noch 874,30 € zu, der BGH bestätigte das. Hast du die Wohnung weiß übernommen, ist Weiß beim Auszug die sichere Wahl.

Untergrund und Schäden prüfen

Asbest, Schimmel und Feuchte

In Häusern aus der Zeit vor dem Asbestverbot vom 31. Oktober 1993 können Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber Asbest enthalten, den man mit bloßem Auge nicht erkennt. Kritisch ist laut Umweltbundesamt jede mechanische Bearbeitung, vor allem Abschleifen und großflächiges Abstemmen. Bevor du in einem Altbau alte Spachtelstellen großflächig abschleifst oder Putz abkratzt, fragst du deshalb Vermieter oder Eigentümer, ob das Material untersucht ist.

Schimmel streichst du nie einfach über. In einer Mietwohnung zeigst du ihn zuerst dem Vermieter an, am besten mit Fotos: Einen Mangel, der sich während der Mietzeit zeigt, musst du nach § 536c Abs. 1 BGB unverzüglich anzeigen, sonst schuldest du nach Abs. 2 Ersatz für den Schaden, der daraus entsteht, und darfst die Miete nicht mindern, soweit der Vermieter deshalb nicht abhelfen konnte.

Kleinen, nur oberflächlichen Befall unter etwa 0,5 m² kannst du laut Umweltbundesamt selbst beseitigen, wenn du nicht allergisch auf Schimmelpilze reagierst, keine chronische Atemwegserkrankung und kein geschwächtes Immunsystem hast; größeren Befall soll eine Fachfirma sanieren. Das Umweltbundesamt rät dabei zu Schutzhandschuhen, Atemschutz und Staub-Schutzbrille, und die Ursache der Feuchtigkeit muss erkannt und beseitigt werden, sonst kommt der Schimmel zurück. Die Datenblätter von Caparol und Alpina verlangen, den Befall nass zu entfernen, die Fläche mit einem Schimmelreiniger oder Fungizid durchzuwaschen und trocknen zu lassen und sie dann mit einer Anti-Schimmelfarbe zu streichen; Alpina nennt dafür seine Bad- und Küchenfarbe.

Wand mit vier Proben prüfen

Mach die Proben an mehreren Stellen jeder Wand, auch hinter Schränken und neben dem Heizkörper, und besonders dort, wo schon einmal ausgebessert wurde:

  • Wischprobe: Streich mit der flachen Hand über die Wand. Bleibt weißer Staub an der Hand oder rieselt Sand, kreidet oder sandet der Untergrund.
  • Kratzprobe: Fahr mit einer Schlüsselkante über eine verdeckte Stelle. Bröckelt nichts ab, ist der Untergrund mit hoher Wahrscheinlichkeit fest.
  • Klebebandprobe: Drück einen Streifen Kreppband oder durchsichtigen Klebefilm fest an und reiß ihn ruckartig ab. Hängen Farbschuppen oder Putzkörner daran, trägt die Schicht nicht.
  • Benetzungsprobe: Mach eine Stelle mit dem Schwamm nass. Wird sie sofort dunkel und saugt das Wasser auf, saugt der Untergrund stark; perlt es ab, ist die Oberfläche zu dicht und muss angeraut werden.

Was du mit dem Befund machst, zeigt der Untergrundplan. Er folgt den Datenblättern von Caparol und Alpina; bei anderen Farben gilt deren Datenblatt.

BefundSo erkennst du ihnDas tust du vor dem Streichen
Fester, matter AltanstrichHand und Klebeband bleiben sauberAbstauben, direkt streichen
Ungestrichene RaufaserSaugt Wasser auf, Nähte liegen festLose Stellen nachkleben, ohne Grundierung, aber mit Voranstrich streichen
Glänzender AltanstrichWasser perlt ab, Oberfläche glänztMit Schleifvlies anrauen und entstauben; Caparol sieht danach Haftgrund vor, Alpina streicht direkt über
Kreidende oder sandende FlächeHand wird weiß, Körner rieselnAbbürsten oder abwaschen, dann Tiefgrund
Leimfarbe, oft an alten DeckenFärbt stark ab, nasser Schwamm löst die FarbeGrundrein abwaschen, dann grundieren
Abblätternde Farbe oder lose TapeteKlebeband zieht Schuppen ab, Tapete wirft BlasenLose Schichten restlos entfernen, Kleister abwaschen, grundieren
Ungestrichene Wand ohne Tapete: stark saugender Putz, Gipsputz, GipskartonWasser zieht sofort ein, Stelle wird dunkelGrundieren nach Datenblatt, etwa mit Alpina Tiefgrund LF oder Caparol HaftGrund EG; glatten Gipsputz vorher anschleifen, bei Gipskarton Spachtelgrate abschleifen
Nikotin-, Ruß- oder WasserfleckenGelbe oder braune RänderMit fettlösendem Reiniger abwaschen, Wasserflecken trocken abbürsten, trocknen lassen, dann Sperrgrund (Caparol) oder bei Nikotin und Ruß Isolierfarbe (Alpina)

Dübellöcher und Risse füllst du vor dem ersten Anstrich; wie das geht, steht unter Löcher in der Wand füllen. Muss die alte Tapete ganz herunter, hilft Tapeten entfernen.

Welche Farbe: Deckkraft und Nassabrieb

Auf dem Eimer oder im Datenblatt stehen unter anderem zwei Klassen nach DIN EN 13300. Die Nassabriebklasse reicht von 1 bis 5 und sagt, wie gut der Anstrich wiederholtes Reinigen aushält; Klasse 1 ist die beständigste. Das Deckvermögen hat vier Klassen, Klasse 1 deckt am besten – gemessen bei der Ergiebigkeit, die dahinter steht. „Klasse 1 bei 8,5 m²/l“ heißt: Gemessen wurde mit einem Liter auf 8,5 m². Rollst du die Farbe dünner aus, liegt weniger auf der Wand als bei der Messung.

Wie viel der Preis je Liter aussagt, zeigen zwei weiße Innenfarben aus dem Baumarkt, beide matt und mit dem Umweltzeichen Blauer Engel; das Beispielzimmer rechnet der nächste Abschnitt vor. Preise von toom inklusive Mehrwertsteuer (Stand: Oktober 2026), alle anderen Werte aus den Datenblättern:

Im Vergleich

Alpina SchneeWeiß

Alpinaweiß Das Original

Deckvermögen: Klasse 2 bei 6 m²/l

Deckvermögen: Klasse 1 bei 8,5 m²/l

Nassabrieb: Klasse 3, waschbeständig

Nassabrieb: Klasse 2, scheuerbeständig

Verbrauch je Anstrich: ca. 180 ml/m²

Verbrauch je Anstrich: ca. 118 ml/m²

Preis für 10 l: 29,99 €

Preis für 10 l: 54,99 €

Kosten je m² und Anstrich: 0,54 €

Kosten je m² und Anstrich: 0,65 €

Beispielzimmer, zwei Anstriche: 14,7 l, 2 Eimer, 59,98 €

Beispielzimmer, zwei Anstriche: 9,6 l, 1 Eimer, 54,99 €

Je Quadratmeter ist die günstigere Farbe gut ein Sechstel billiger. Im Beispielzimmer kostet sie trotzdem mehr: 14,7 l passen nicht in einen 10-l-Eimer, du kaufst zwei und trägst anderthalbmal so viel Farbe die Treppe hoch. Rechne deshalb immer bis zum Eimer durch. Wichtiger ist der Raum: In Flur, Küche und Kinderzimmer, wo du die Wand abwischst, lohnt sich Nassabriebklasse 1 oder 2. Die Caparol-Farbe Indeko-plus etwa erreicht Nassabriebklasse 1 und Deckvermögen Klasse 1 bei 8 m²/l.

Bunte Farbe kaufst du für die ganze Fläche auf einmal. Auf zusammenhängenden Flächen soll nur Farbe aus einer Anfertigung landen; mehrere Eimer mischst du vor dem Streichen in einem großen Eimer. Rot, Orange und Gelb decken schwach – Caparol empfiehlt dafür einen Grundanstrich im passenden Grundierfarbton.

Farbmenge und Eimer berechnen

Die Wandfläche eines Zimmers ist der Umfang mal die Höhe: 2 × (Länge + Breite) × Raumhöhe. Davon ziehst du Fenster und Türen ab, jeweils Breite × Höhe. Den Verbrauch je Quadratmeter und Anstrich nimmst du aus dem Datenblatt; steht dort nur die Ergiebigkeit in m²/l, rechnest du 1.000 ÷ Ergiebigkeit und erhältst Milliliter je Quadratmeter. Die Decke rechnest du getrennt: Länge × Breite.

Beispiel: Altbauzimmer mit 4 × 3,5 m Grundfläche und 3,20 m Raumhöhe, zwei Fenster mit 1,25 × 2,00 m und eine Tür mit 1,00 × 2,20 m. Die alte Wand ist farbig, also braucht es Voranstrich und Schlussanstrich. Gestrichen wird mit Alpinaweiß. Die Maße sind angenommen – miss deine eigenen.

So rechnest du

  1. Wandfläche2 × (4 m + 3,5 m) × 3,2 m48,0 m²
  2. Fenster und Tür2 × 1,25 m × 2,0 m + 1,0 m × 2,2 m7,2 m²
  3. Anstrichfläche48,0 m² − 7,2 m²40,8 m²
  4. Farbe für zwei Anstriche40,8 m² × 0,118 l × 29,6 l
  5. Eimer à 10 l9,6 l ÷ 10 l, aufrunden1 Eimer
  6. Farbkosten1 × 54,99 €54,99 €

Die Verbrauchswerte im Datenblatt gelten für glatte Wände; auf rauen Flächen wie Raufaser brauchst du mehr, und das Caparol-Datenblatt verweist dafür auf eine Probebeschichtung. So geht sie: Tränk die Walze erst mit Farbe und streif sie ab, dann füll genau einen Liter in einen leeren Eimer, streich damit satt, bis er leer ist, und miss die gestrichene Fläche. Schaffst du 6 m², rechnest du mit 1.000 ÷ 6 = rund 167 ml je Quadratmeter. Im Beispielzimmer reicht der 10-l-Eimer dann nicht mehr: 40,8 m² × 0,167 l × 2 sind 13,6 l.

Wie lange dauert das Streichen?

Die Arbeitszeit hängt von Ecken, Rahmen und Übung ab; die Wartezeiten stehen im Datenblatt. Alpinaweiß und Alpina SchneeWeiß sind bei 20 °C und 65 % Luftfeuchtigkeit nach 4–6 Stunden oberflächentrocken und überstreichbar und nach ca. 1 Tag durchgetrocknet und belastbar. Indeko-plus ist ebenfalls nach 4–6 Stunden überstreichbar, braucht bis zur Belastbarkeit aber ca. 3 Tage. Bei Kälte und feuchter Luft dauert beides länger. Deine Arbeitszeit misst du an der ersten Wand: Stopp die Zeit, teil sie durch deren Fläche und rechne auf das Zimmer hoch.

Zeitplan

Für ein Zimmer, das grundiert und zweimal gestrichen wird, sieht der Ablauf so aus.

  1. Tag 1, vormittagsAusräumen, abdecken, Proben machen, Löcher füllen.
  2. Tag 1, nachmittagsGrundieren, wo der Untergrund es verlangt.
  3. Tag 2, morgensVoranstrich, Wand für Wand in einem Zug.
  4. Tag 2, 4–6 Stunden späterSchlussanstrich.
  5. 24 Stunden nach dem SchlussanstrichMöbel an die Wand rücken, mit Indeko-plus erst nach 3 Tagen.

Die alte Wohnung streichst du, wenn die Möbel draußen sind, und lässt bis zur Übergabe mindestens einen Tag Luft. Dann ist die Farbe beim Termin trocken, und du siehst Fehlstellen noch bei Tageslicht. In der neuen Wohnung streichst du vor dem Einzug; wie Streichen, Boden und Möbelaufbau zusammenpassen, erklärt Bei Einzug renovieren.

Werkzeug bereitlegen und abdecken

Bevor du den ersten Eimer öffnest, liegt alles bereit:

Bereitlegen

  • Flächenwalze12 mm Flor für glatte Wände, 18 mm für Raufaser und Rauputz
  • Eckenpinsel und kleine Walzefür Kanten und hinter dem Heizkörper
  • Großer Eimer mit AbstreifgitterRührstab
  • Teleskopstange und standsichere Leiter
  • Malerband
  • Abdeckvlies und Foliefür Boden und Möbel
  • Schleifvlies, Spachtel und Lappen

Ein großer Eimer mit Gitter fasst mehr als eine flache Wanne, du füllst also seltener nach. Eine neue Walze wäschst du einmal aus und lässt sie gut abtropfen und trocknen, oder du ziehst lose Fasern mit Malerband ab, sonst kleben sie später in der Wand.

Räum das Zimmer leer oder schieb die Möbel in die Raummitte und deck sie mit Folie ab; entlang aller Wände brauchst du Platz für Leiter und Stange. Den Boden deckst du mit Abdeckvlies ab, dessen Folienseite Farbe zurückhält – wie es auf empfindlichen Böden liegt, steht unter Bodenschutz beim Umzug. Fußleisten, Fenster- und Türrahmen, Schalter und Steckdosen klebst du mit Malerband ab. Drück das Band auf ganzer Länge an, vor allem an der Kante zum Anstrich hin; dort entstehen sonst Hohlräume, in die Farbe läuft.

Streichen: Decke zuerst, dann Wand für Wand

Streichst du auch die Decke, kommt sie zuerst dran, damit Spritzer auf der Wand noch überstrichen werden. Danach folgen die Wände, eine nach der anderen. Was dabei auf eine Wand kommt, hängt vom Befund ab.

Schichtaufbau

Was auf die Wand kommt

Raum

  1. Schlussanstrich

    Obenauf liegt der Schlussanstrich, satt und gleichmäßig.

  2. Voranstrich bei Kontrast oder saugendem Grund

    Darauf kommt bei starkem Kontrast und auf saugendem oder ungleich saugendem Untergrund der Voranstrich mit derselben Wandfarbe, mit höchstens 5 % Wasser verdünnt.

  3. Grundierung, nur bei Bedarf

    Ganz unten liegt die Grundierung, nur wenn der Untergrund sie braucht: Tiefgrund für saugende, Haftgrund für glatte Flächen, Sperrgrund für Flecken.

Putz oder Raufaser

Luft und Wand müssen beim Streichen mindestens 5 °C warm sein, das verlangen alle hier genannten Datenblätter, Caparol auch während des Trocknens; in einer leeren Wohnung im Winter heißt das: Heizung an. Lüfte während des Streichens und Trocknens gründlich, aber halte pralle Sonne und Durchzug von der frischen Wand fern: Beides lässt die Ränder antrocknen, bevor die nächste Bahn sie erreicht. Pausen machst du an den Ecken, nicht mitten in einer Wand.

Jede Wand in einem ZugPausen machst du an den Ecken, nicht mitten in einer Wand.
ohne Pause bis zurnächsten Eckerund 1 mNass in nassüberlappt den noch feuchten AbschnittStreifen an Decke, Ecken, Fußleisteohne Pause bis zurnächsten Eckerund 1 mNass in nassüberlappt den noch feuchten AbschnittStreifen an Decke, Ecken, Fußleiste
  1. Farbe aufrühren. Rühr die Farbe gründlich durch, bis sie gleichmäßig ist. Verdünne nicht über die Angabe im Datenblatt hinaus, bei Alpinaweiß und Indeko-plus höchstens 5 % Wasser.
  2. Grundierung trocknen lassen. Grundierst du, wartest du die Zeit aus dem Datenblatt ab; HaftGrund EG von Caparol zum Beispiel ist nach ca. 12 Stunden überarbeitbar.
  3. Nur die Kanten der nächsten Wand vorstreichen. Zieh mit dem Pinsel oder der kleinen Walze einen Streifen an Decke, Ecken, Fußleiste und Rahmen. Streichst du alle Ränder im Zimmer vorab, sind sie trocken, bevor die große Walze sie erreicht, und zeichnen sich als Rahmen ab.
  4. Walze beladen. Tauch sie ein und roll sie am Gitter ab, bis sie rundum gleichmäßig Farbe trägt, aber nicht tropft.
  5. Abschnitt auftragen und verteilen. Roll die Farbe auf einem rund 1 m breiten Abschnitt in senkrechten Bahnen auf und verteile sie quer, ohne zu drücken. Lädst du rechtzeitig nach, bleibt die Schicht gleich dick; eine fast leere Walze trägt zu dünn auf.
  6. In einer Richtung nachrollen. Roll den Abschnitt nach kurzer Ablüftzeit ohne neue Farbe von oben nach unten nach; so verschwinden die Streifen, die die Walzenränder ziehen.
  7. Nass in nass bis zur Ecke. Setz den nächsten Abschnitt so an, dass er den noch feuchten überlappt, und streich die Wand ohne Pause bis zur nächsten Ecke.
  8. Malerband abziehen. Zieh das Band nach dem letzten Anstrich ab, sobald er angetrocknet, aber noch nicht durchgetrocknet ist, langsam und gleichmäßig.

Deckung und Fehlstellen prüfen

Solange die Farbe trocknet, sieht die Wand fleckig aus. Roll jetzt nicht über einzelne Stellen: Dort liegt dann mehr Farbe als daneben, und das sieht man später. Schau dir die Wand erst an, wenn sie trocken ist, bei Tageslicht von vorn und schräg von der Seite. Im Streiflicht siehst du Ansätze, Walzenränder und dünne Stellen in den Vertiefungen der Raufaser.

Problem und Lösung

  • Die alte Farbe schimmert gleichmäßig durch

    Die ganze Wand noch einmal satt streichen, von Ecke zu Ecke

    Gleichmäßiger Farbton ohne Wolken

  • Streifen oder Ansätze im Streiflicht

    Die ganze Wand erneut nass in nass rollen und in einer Richtung nachrollen

    Keine Ansätze

  • Eine ausgebesserte Stelle hebt sich ab

    Die ganze Wandfläche bis zu den Ecken überstreichen

    Kein Fleck in der Fläche

  • Gelbe oder braune Ränder kommen wieder

    Sperrgrund auftragen und überstreichen, bei Nikotin die Wand mit Isolierfarbe streichen

    Die Ränder bleiben verdeckt

  • Farbe blättert ab oder hebt sich mit dem Band

    Lose Schicht abkratzen, Untergrund tragfähig machen, grundieren

    Der neue Anstrich haftet

Einzelne Stellen auszubessern klappt selten unsichtbar. Caparol schreibt im Datenblatt von Indeko-plus, dass sich Ausbesserungen in der Fläche abzeichnen, weil zu viele Faktoren mitspielen. Streich deshalb lieber die ganze Wand bis zur nächsten Ecke als ein Viereck in ihrer Mitte.

Werkzeug reinigen, Farbreste entsorgen

Streif Walze und Pinsel vor dem Auswaschen gründlich am Eimerrand und auf altem Zeitungspapier aus, damit möglichst wenig Farbe ins Waschwasser gelangt. Danach wäschst du sie sofort mit Wasser und Seife aus, wie die Datenblätter es vorgeben. Angebrochene Eimer verschließt du fest und lagerst sie kühl, aber frostfrei; beim Umzug im Winter bleibt die Farbe deshalb nicht über Nacht im Transporter. Schreib Raum und Farbton auf den Deckel, dann findest du die richtige Farbe, wenn du eine Wand später von Ecke zu Ecke nachstreichst.

Flüssige Farbreste gehören zu einer Sammelstelle für Altfarben, eingetrocknete Reste in den Hausmüll, restentleerte Eimer ins Recycling. So steht es in den Datenblättern von Alpinaweiß, SchneeWeiß und Indeko-plus.

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