Inventar im Lagerzustand erfassen
Starte mit der Liste der Dinge, die ins Lager gehen, nicht mit der Wohnfläche.
Irrtum
„Aus Wohnfläche oder Zimmerzahl ergibt sich die Lagerfläche.“
Richtig
Eine Umrechnung von Wohnfläche oder Zimmerzahl in Lagerfläche geht am Inventar vorbei: Zwei gleich große Wohnungen enthalten oft ganz unterschiedlich viel Hausrat, und ein Sofa braucht im Lager dieselben 1,60 m², egal aus welcher Wohnung es kommt.
Am schnellsten zählst du mit einer Umzugsgutliste, in die du zu jedem Teil die Maße schreibst.
Miss jedes Teil so, wie es im Lager stehen wird: verpackt, mit abgeschraubten Füßen, zerlegt oder zu Paketen gebündelt. Notiere Länge, Breite und Höhe und die Lage, in der es stehen soll. Ein zerlegtes Bett zählt als Paket aus Seitenteilen, Lattenrost und Beschlagbeutel; die Außenmaße des aufgebauten Betts helfen dir dafür nicht. Kommoden, Truhen und Koffer füllst du mit leichten Sachen wie Bettwäsche, Handtüchern und Kissen. Jeder gefüllte Hohlraum spart einen Karton, der sonst eigene Stellfläche bräuchte.
Zerlegte Schrankwände und andere große Platten brauchen stehend kaum Bodenfläche.
Eine 2,00 m lange Schrankseite steht bei 10° Neigung unten rund 0,35 m von der Wand ab; ein Kantholz vor dem Fuß hält sie dort. So viel Tiefe planst du am Boden ein, liegend braucht dieselbe Platte ihre volle Grundfläche.
Kartons zählst du nach Format: Gleich große Kartons fasst du zu Stapeln zusammen, jede andere Größe bekommt eine eigene Zeile. Notiere außerdem, was du während der Lagerung brauchst. Winterkleidung, Werkzeug und Unterlagen gehören in eine andere Zugriffsgruppe als Geschirr, das erst in der neuen Wohnung ausgepackt wird. Wie viele Kartons dein Hausrat füllt, schätzt du vorab mit Wie viele Umzugskartons brauche ich? ab.
Kennzeichne jedes Teil als „stapelbar“, „nicht stapelbar“ oder „noch ungeklärt“ und plane Ungeklärtes einzeln. Ein Sofa ist keine Ablage: Kartons stehen auf Polstern schief und drücken Mulden hinein. Last stellst du nur auf ein Möbel, das dafür gebaut ist und das Gewicht sicher trägt.
Das Beispiel, das sich durch alle Rechnungen zieht: 20 gleich große Kartons, ein Sofa und ein Paket aus zerlegten Möbelteilen. Alle Maße gelten mit Verpackung und sind angenommen, nicht gemessen.
| Ladeeinheit | Anzahl | Länge × Breite × Höhe | Annahme für die Rechnung | Stellfläche insgesamt |
|---|---|---|---|---|
| Gleich große Kartons | 20 | 0,60 × 0,40 × 0,40 m | Vier Kartons je Stapel, sofern dafür geeignet | 1,20 m² |
| Sofa | 1 | 2,00 × 0,80 × 0,90 m | Einzeln, ohne zusätzliche Last | 1,60 m² |
| Paket demontierter Möbelteile | 1 | 2,00 × 0,40 × 0,60 m | Liegend, ohne zusätzliche Last | 0,80 m² |
| Summe | Fünf Kartonstapel und zwei Möbelstellplätze | 3,60 m² |
Stellfläche und Höhe getrennt planen
Die Bodenfläche jeder Ladeeinheit ist Länge mal Breite. Gleich große, stapelbare Kartons teilst du durch die Zahl der Kartons je Stapel und rundest auf ganze Stapel auf: Auch ein einzelner übriger Karton braucht einen eigenen Stellplatz. Unterschiedliche Kartongrößen rechnest du getrennt.
Quadratmeter oder Kubikmeter
Lagerangebote nennen entweder die Bodenfläche in m² oder den Rauminhalt in m³, also Bodenfläche mal Raumhöhe. Der Rauminhalt klingt nach mehr Platz, als du nutzen kannst. Ein Raum mit 2,00 × 2,40 m Grundfläche und 2,00 m Höhe hat 9,60 m³. Über dem 0,90 m hohen Sofa bleiben davon 1,60 m² × 1,10 m = 1,76 m³ leer, im Gang weitere 0,96 m² × 2,00 m = 1,92 m³ – zusammen mehr als ein Drittel des Raums. Vergleiche Angebote deshalb über Bodenfläche und nutzbare Höhe getrennt. Kubikmeter aus einer Umzugsgutliste passen zur Planung eines Umzugs-Lkw, der dicht an dicht beladen wird. Im Lager zählen Grundflächen und Stapelhöhen, weil jeder Stapel frei stehen muss.
Nutzbare Höhe und sichere Stapel
Die nutzbare Höhe misst du am Standort selbst. Deckenbalken, Rohre, Lampen und Gitterdecken begrenzen sie stellenweise, eine Unterlage oder ein Regalboden kostet selbst Höhe. Schreibt die Lagerordnung einen Abstand zur Decke oder zu Sprinklern vor, ziehst du ihn ab. Und die Höhe ist nur eine Obergrenze: Ein Stapel ist höchstens so hoch, wie du den obersten Karton noch sicher herunterheben kannst.
Wie sicher gestapelt wird, beschreibt die DGUV Information 208-061 für Betriebe; als Maßstab taugt sie auch privat. Stapel stehen lotrecht. Bei sehr unterschiedlichen Lasten nimmt das Gewicht nach oben hin ab. Auf Lagergut wird nur gestapelt, wenn es die Last nachweislich trägt, auch bei Feuchtigkeit und Temperaturwechseln. Die Höhe eines Stapels darf höchstens das Sechsfache seiner Schmalseite betragen: Vier Kartons mit 0,40 m Schmalseite ergeben 1,60 m, also 4 : 1.
Einen Kartonstapel baust du von unten nach oben so auf:
Schichtaufbau
Ein Kartonstapel von oben nach unten
Leichte Kartons
Oben stehen leichte Kartons mit Bettwäsche, Kissen und Lampenschirmen.
Mittelschwere Kartons
Darüber folgen mittelschwere Kartons mit Kleidung und Küchensachen.
Schwere Kartons
Unten stehen die schweren Kartons mit Büchern, Akten und Geschirr.
Holzlatten oder Palette
Unter die erste Lage kommen Holzlatten oder eine Palette, damit Feuchtigkeit vom Boden nicht in die Pappe zieht.
Boden
Die Unterlage kostet Höhe; ziehe ihre Stärke von der nutzbaren Höhe ab.
Rechenweg für deinen Flächenbedarf
Für jede Gruppe gleich großer Kartons gilt:
Kartons je Stapel = kleinster Wert aus (nutzbare Höhe ÷ Kartonhöhe, abgerundet), (6 × Schmalseite ÷ Kartonhöhe, abgerundet) und der Zahl, die die Kartons tragen
Kartonstapel = Kartonzahl ÷ Kartons je Stapel, aufgerundet
Flächenbedarf = Stellfläche der Kartons + Stellfläche der Möbel + Gangfläche + freie Restplätze + Reserve
Für den Gang stehen die Stapel links und rechts davon in Reihen, zwei Stapel je Reihe, mit der 0,60 m langen Seite quer zum Gang. Der Gang ist so lang, wie die Reihen zusammen tief sind. Bleibt in der letzten Reihe ein Platz frei, zählt er als Restplatz mit.
So rechnest du
- Kartons je Stapel2,00 m ÷ 0,40 m = 5 nach der Höhe; 6 × 0,40 m ÷ 0,40 m = 6 nach der Schlankheit; tragen können die Kartons 44
- Stapelhöhe4 × 0,40 m1,60 m
- Kartonstapel20 ÷ 45
- Stellfläche der Kartons5 × 0,60 m × 0,40 m1,20 m²
- Stellfläche der MöbelSofa 1,60 m² + Möbelpaket 0,80 m²2,40 m²
- Reihen am Gang5 Stapel ÷ 2 je Reihe, aufgerundet3
- Gangfläche3 × 0,40 m Länge × 0,80 m Breite0,96 m²
- Freier Platz in der letzten Reihe(3 × 2 − 5) × 0,60 m × 0,40 m0,24 m²
- Zusätzliche Reserveim Beispiel keine0 m²
- Flächenbedarf mit Gang1,20 + 2,40 + 0,96 + 0,24 + 0 m²4,80 m²
Mit deinen Werten rechnen
- Kartons je Stapel4 Stück
- Stapelhöhe1,60 m
- Kartonstapel5 Stapel
- Stellfläche der Kartons1,20 m²
- Reihen am Gang3 Reihen
- Gangfläche0,96 m²
- Freier Platz in der letzten Reihe0,24 m²
- Flächenbedarf4,80 m²
Ohne Gang fallen Gangfläche und Restplatz weg: Dann bleiben 1,20 + 2,40 = 3,60 m² Stellfläche. Hast du mehrere Kartongrößen, rechnest du jede Größe einzeln und trägst die Stellfläche der übrigen bei den Möbeln ein.
Zugriff und Gang planen
Lege zuerst fest, was „erreichbar“ heißen soll: einzelne Kartons, bestimmte Möbel oder erst beim Ausräumen wieder alles. Ohne Zwischenzugriff stellst du die Sachen in umgekehrter Reihenfolge ihrer Entnahme hintereinander. Was du zuerst brauchst, steht vorn an der Tür, das Sofa ganz hinten. Holst du nach einer Zwischenlagerung alles in einem Rutsch ab, kommst du so ohne Gang aus.
Für wiederkehrenden Zugriff planst du einen durchgehenden Gang von der Tür bis zum letzten Kartonstapel. Seine Breite probierst du mit Klebeband auf dem Boden aus: Kannst du mit einem Karton in den Armen hineingehen, dich drehen und ihn absetzen? Als Orientierung dient die Arbeitsstättenregel ASR A1.8. Für Nebengänge von Lagereinrichtungen, in denen nur von Hand be- und entladen wird, nennt sie für Betriebe 0,75 m lichte Mindestbreite; der Gang im Beispiel hat 0,80 m. Lagergut darf nach der DGUV Information 208-061 nicht in Verkehrswege hineinragen – ein Karton, der in den Gang ragt, macht ihn schmaler als geplant.
Auch am Gang erreichst du nur den obersten Karton eines Stapels direkt. Für den untersten hebst du drei Kartons ab und brauchst Platz, um sie abzusetzen: im Gang oder auf dem freien Restplatz.
Tipp
Beschrifte jeden Karton auch an der Seite, die zum Gang zeigt, denn im Stapel sind die Deckel verdeckt.
Brauchst du häufig einzelne Kisten, ist ein Regal mit festen Fächern bequemer. Rechne dann mit den Außenmaßen des Regals und halte dich an die Belastungsangaben des Herstellers.
Tür und Transportweg
Miss die lichte Türöffnung und den ganzen Weg bis in den Raum: Hoftor, Flure, Kurven, Aufzug. Passende Lagermaße beweisen keinen passenden Transportweg.
Abmessungen
Im Beispiel ist die Tür des Lagerraums 90 cm breit und 200 cm hoch.
Das Sofa ist 80 cm tief und 90 cm hoch und geht längs getragen mit 10 cm Luft zur Seite hindurch.
Was nicht durch die Öffnung passt, zerlegst du und rechnest mit den Maßen der Teile.
Öffnet die Tür nach innen, bleibt ihr Schwenkbereich frei. Bei 90 cm Türbreite ist das hinter der Tür praktisch ein Feld von 0,90 × 0,90 m, also 0,81 m², auf dem nichts stehen kann. Rolltore und nach außen öffnende Türen kosten keine Fläche.
Lagergrößen am Stellplan vergleichen
Übertrage das Inventar auf ein Raster im Maßstab, etwa ein Kästchen für 0,20 × 0,20 m. Zeichne zuerst Raumkontur, Tür und Hindernisse, dann die größten Möbel, die Kartonstapel und den Gang. Gleiche Quadratmeter lassen nicht dieselben Anordnungen zu: Die Kartonzone mit Gang ist 2,00 m breit und passt deshalb nicht in einen Raum mit 1,60 m Breite, auch wenn er wie der Raum mit 2,00 × 2,40 m genau 4,80 m² hat.
Wie stark Stapelhöhe und Gang die Fläche treiben, zeigt dasselbe Inventar in fünf Anordnungen. Tragen die Kartons nur zwei Lagen, werden aus fünf Stapeln zehn – das kostet so viel Fläche wie der Gang.
Zahlen im Vergleich
Flächenbedarf desselben Inventars je nach Stapelhöhe und Gang
Quadratmeter
- 4 Kartons je Stapel, dicht gestellt3,60 m²
- 4 Kartons je Stapel, dicht gestellt, Reservestreifen vor der Tür4,00 m²
- 4 Kartons je Stapel, Gang zu allen Kartonstapeln4,80 m²
- 2 Kartons je Stapel, dicht gestellt4,80 m²
- 2 Kartons je Stapel, Gang zu allen Kartonstapeln6,40 m²
Die beiden Stellpläne unten zeigen die Anordnungen mit 4,00 und 4,80 m². Beide setzen rechteckige Räume ohne Stützen voraus; die Tür liegt vorn mittig und öffnet nach außen. In der kompakten Variante versperrt die Kartonreihe den Weg zu den Möbeln, und der freie Streifen vorn ist Reserve, kein Gang. In der Variante mit Gang liegen alle Kartonstapel am Gang. Er endet vor dem Möbelpaket, das Sofa bleibt dahinter; soll auch das Sofa unabhängig erreichbar sein, brauchst du eine andere Anordnung mit eigenem Zugang.
Reserve hilft nur, wo du sie nutzen kannst: Ein schmaler Rest hinter einem Möbelstück ersetzt keinen freien Kartonplatz. Plane sie als ganzen Stellplatz ein, etwa für Kartons, die du beim Umsortieren kurz abstellst, oder für Dinge, die später dazukommen. Was der passende Raum kostet, steht in Möbel einlagern: Kosten.
Stellraster für beide Varianten
Ein Zeichen entspricht 0,20 × 0,20 m. Oben liegt die Rückwand, unten die Türseite. S steht für Sofa, M für Möbelpaket, 1–5 für die fünf Kartonstapel, G für Gang und R für Reserve.
Ohne Zwischenzugriff: 2,00 m breit × 2,00 m tief
Tiefenprüfung: 0,80 + 0,40 + 0,60 + 0,20 = 2,00 m.
Mit Kartonzugriff: 2,00 m breit × 2,40 m tief
Breitenprüfung der Kartonzone: 0,60 + 0,80 + 0,60 = 2,00 m. Tiefenprüfung: 0,80 + 0,40 + 1,20 = 2,40 m. Die freie Position rechts hinten ist 0,60 × 0,40 m = 0,24 m² groß.
| Angebot mit angenommenen Innenmaßen | Fläche | Ergebnis für diese Stellpläne |
|---|---|---|
| 2,00 × 2,00 m | 4,00 m² | Kompakte Variante, Möbel erst nach teilweiser Auslagerung erreichbar |
| 2,00 × 2,40 m | 4,80 m² | Gang zu allen Kartonstapeln, kein unabhängiger Sofazugriff |
| 1,60 × 3,00 m | 4,80 m² | Gezeigter Gangplan passt wegen der Breite nicht; neue Anordnung erforderlich |
Vor dem Mieten klären
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