Offene Umzugskartons in verschiedenen Größen auf einem Holztisch, daneben ein Stapel Bücher und Klebeband
Packen & Kartons

Lesedauer 8 Minuten

Wie viele Umzugskartons brauche ich? So rechnest du deinen Bedarf aus

Wie viele Umzugskartons brauche ich? Miss die Regalmeter, pack einen Probekarton: Zwei Zimmer brauchen im Beispiel 40. Mit Rechner.

Regal- und Schrankmeter messen

Faustregeln nach Quadratmetern oder Personen sind schnell gerechnet, treffen aber selten. Wie weit sie streuen, zeigt ein Kartonrechner eines Immobilienportals: Er nennt einen Karton je Quadratmeter als Grundregel, setzt aber je nach Besitz 0,8 bis 1,5 Kartons an, für 70 m² also 56 bis 105 Kartons.

Irrtum

„Aus der Wohnfläche ergibt sich, wie viele Kartons ich brauche.“

Richtig

Zwei gleich große Wohnungen können völlig unterschiedliche Kartonmengen ergeben: Eine Bücherwand, eine gut gefüllte Küche oder ein volles Kellerabteil bringen viele Kartons, ein sparsam eingerichteter Raum kaum welche.

Genauer und kaum langsamer ist ein Rundgang mit dem Zollstock.

Für den Rundgang legst du dir bereit:

Bereitlegen

  • Zollstock oder Maßband
  • Stift und Blatt mit vier SpaltenRaum, Inhaltsgruppe, gemessene Menge, Kartongröße
  • Kartons für die Probepackungje zwei kleine und zwei große
  • Packpapierfür Geschirr und Gläser
  • Personenwaage

Geh durch jeden Raum und öffne jede Tür und jede Schublade, auch in Abstellkammer, Flur, Bad, auf dem Balkon und im Keller. Was du vor dem Umzug aussortierst, lässt du weg. Miste deshalb vor dem Messen aus, nicht danach.

Miss, statt zu zählen. Lege den Zollstock an jedes gefüllte Regalbrett und notiere die Summe in Metern: Drei volle Bretter mit 80 cm Breite sind 2,4 Regalmeter. Im Kleiderschrank misst du die Breite der gefüllten Fächer und der Kleiderstange; was auf dem Bügel reisen soll, zählst du stattdessen in Bügeln. In der Küche zählst du die gefüllten Schrankfächer, in Bad, Flur und Keller die Fächer, Schubladen und Regalböden. Halb gefüllte Bretter zählst du zur Hälfte.

Ordne alles einer von vier Gruppen zu, denn jede braucht ihren eigenen Karton. Bücher, Ordner und Papiere sind schwer und kompakt. Küche heißt Geschirr, Gläser, Töpfe und Vorräte: zerbrechlich und mit Polster sperriger, als es im Schrank aussieht. Kleidung und Wäsche sind leicht und brauchen Platz. Bad, Deko, Kleinteile und Keller sind gemischt und meist leicht.

Was ohne Karton reist

Nicht in die Kartonrechnung gehören Möbel, Lampen, große Bilder, Fernseher und Geräte in ihrer Originalverpackung; sie gehören auf die Umzugsgutliste für die Berechnung der Lkw-Größe. Koffer, Reisetaschen und Wäschekörbe ersetzen Kartons, aber nur mit festem Inhalt. Kommt die Bettwäsche in zwei Koffer, ziehst du ihre Fachbreite von der Gruppe Kleidung und Wäsche ab. Einen Koffer pauschal als „einen Karton weniger“ zu zählen, verfälscht die Rechnung.

Ohne Rundgang vorläufig schätzen

Bist du gerade nicht in der Wohnung, etwa weil ein Umzugsunternehmen die Zahl schon für das Angebot braucht, rechnest du die Meter aus den Möbeln: Breite mal Zahl der gefüllten Böden. Ein 80 cm breites Regal mit fünf vollen Böden hat 4 Regalmeter, ein Kleiderschrank mit 1 m Stange und vier Fächern zu 50 cm hat 3 m. In der Küche zählst du die Schränke und ihre Böden. Als Probewerte nimmst du vorläufig die aus dem Beispiel unten und ersetzt sie, sobald du selbst einen Probekarton gepackt hast.

Kartongröße zum Inhalt wählen

Umzugskartons gibt es in zwei Größenklassen, und die Wahl verändert die Stückzahl. Ein kleiner Karton aus dem Möbelhaus misst 50 × 31 × 40 cm und fasst 54 l, ein großer aus dem Baumarkt misst 62,5 × 34,5 × 38 cm und fasst 82 l; weitere Modelle beider Klassen mit Welle, Traglast und Preis vergleicht der Umzugskartons-Test. Gemietete Kunststoffkisten liegen dazwischen:

Zahlen im Vergleich

Packraum je Behälter

Liter

  • Kleiner Umzugskarton, 50 × 31 × 40 cm54 l
  • Mietkiste, 60 × 40 × 33 cm60 l
  • Mietkiste, 60 × 40 × 44 cm71,5 l
  • Großer Umzugskarton, 64 × 34 × 40 cm80 l
  • Großer Umzugskarton, 62,5 × 34,5 × 38 cm82 l

Ein Angebot über 40 Behälter ist deshalb nicht dasselbe wie 40 Behälter eines anderen Formats. Der Packraum von 40 großen Kartons mit 82 l entspricht dem von rund 55 Mietkisten mit 60 l. Vergleichst du Kauf und Miete, rechnest du deine Zahl über die Liter um; wann sich gemietete Umzugskartons lohnen, steht im eigenen Ratgeber.

Kleine Kartons nimmst du für alles Schwere: Bücher, Ordner, Geschirr, Gläser, Vorräte und Werkzeug. Mit Büchern gefüllt, wird ein großer Karton zu schwer zum Tragen. Große Kartons nimmst du für Kleidung, Bettwäsche, Handtücher, Kissen, Spielzeug und Deko.

Hängende Kleidung wie Anzüge, Kleider und Mäntel kommt in Kleiderboxen mit Stange oder bleibt im Kleidersack auf dem Bügel; sie steht als eigene Position auf deinem Blatt. Zähl dafür die Bügel: Die Kleiderbox aus dem Baumarkt misst 60 × 53,5 × 120 cm, nimmt bis zu 14 Bügel auf und kostet 13,95 € (Stand: Oktober 2026), für 40 Bügel brauchst du also drei. Was du von der Stange zusammenlegst, gehört zur Gruppe Kleidung und Wäsche. Als Anhaltspunkt für Kleidung und Papiere nennt ein Verleih für seine Kiste mit 71,5 l: 60 bis 70 T-Shirts der Größe L oder 6 bis 8 Aktenordner mit 8 cm Rücken.

Kartonzahl mit der Probepackung ausrechnen

Die Probepackung ersetzt Schätzwerte durch deine eigenen. Pack für jede Gruppe einen Karton so, wie er am Umzugstag gepackt sein soll: Teller einzeln in Papier, Gläser mit Polster, wie im Ratgeber Geschirr verpacken beschrieben, Bücher dicht an dicht. Der Deckel muss sich ganz schließen lassen. Dann notierst du, wie viel Regalbreite oder wie viele Fächer der Karton geleert hat und wie viel er wiegt.

Was ein Karton aufnimmtFür jede Gruppe teilst du die gemessene Menge durch das, was ein Probekarton davon aufgenommen hat, und rundest auf ganze Kartons auf.
0,9 m je Kartonim BeispielProbekarton0,9 m je Kartonim BeispielProbekarton

Nimm dafür durchschnittliche Stücke. Packst du nur Taschenbücher, überschätzt du, wie viele Bildbände in einen Karton passen; bei stark gemischten Regalen packst du zwei Proben und rechnest mit der kleineren Menge. Die Probekartons bleiben gepackt, sie gehören schon zum Umzug.

Händler nennen für ihre Umzugskartons eine Traglast, bei den beiden Kartons oben sind es 30 kg. Das ist die Grenze des Kartons, nicht deine.

In Zahlen

25 kghöchstens je Kiste

Ein Verleih von Umzugskisten, deren Kisten 60 kg aushalten, empfiehlt, sie mit höchstens 25 kg zu beladen, damit eine Person sie gut tragen kann.

Wiege deshalb jeden Probekarton: erst dich allein auf der Personenwaage, dann mit dem Karton im Arm. Ist er zu schwer, nimmst du Inhalt heraus und rechnest mit der kleineren Menge weiter, auch wenn im Karton noch Platz bleibt. Geht es in den vierten Stock ohne Aufzug, planst du lieber leichtere Kartons und dafür ein paar mehr.

Rechenweg für deine Kartonzahl

Für jede Gruppe teilst du die gemessene Menge durch das, was ein Probekarton davon aufgenommen hat, und rundest auf ganze Kartons auf. Die Summe bekommt eine Reserve für das, was beim Rundgang fehlt: die vergessene Schublade, den Vorratsschrank, der bis zum Umzug noch voller wird. Wie hoch die Reserve ist, entscheidest du selbst; im Beispiel sind es 10 %. Leere Kartons, die du schon hast, ziehst du am Ende ab.

Das Beispiel ist eine Zweizimmerwohnung mit Küche, Bad und Kellerabteil für zwei Personen. Alle Mengen und Probewerte sind angenommen, ebenso die 6 leeren großen Kartons vom letzten Umzug im Keller:

So rechnest du

  1. Bücher und Ordner, kleine Kartons7,2 Regalmeter ÷ 0,9 m je Karton8 Kartons
  2. Küche, kleine Kartons9 Fächer × 1,5 Kartons je Fach, aufgerundet14 Kartons
  3. Kleidung und Wäsche, große Kartons6 m Fach und Stange ÷ 0,75 m je Karton8 Kartons
  4. Bad, Deko, Kleinteile und Keller, große Kartons18 Fächer ÷ 3 Fächer je Karton6 Kartons
  5. Zwischensumme8 + 14 + 8 + 636 Kartons
  6. Reserve10 % von 36, aufgerundet4 Kartons
  7. Bedarf36 + 440 Kartons
  8. Zu besorgen40 − 6 leere Kartons34 Kartons

Der Bedarf teilt sich in 22 kleine und 18 große Kartons, die Reserve als große gerechnet. Weil die 6 vorhandenen Kartons groß sind, besorgst du 22 kleine und 12 große. Nach einer Umzugsgutliste, wie sie als Anlage zum Vertrag mit einem Umzugsunternehmen dient, zählt ein Karton bis 80 l als 0,1 m³ und ein größerer als 0,15 m³. Fassen alle großen Kartons wie der aus dem Baumarkt mehr als 80 l, belegen die 40 Kartons damit 4,9 m³ im Laderaum.

Kartons in Etappen besorgen

Kauf nicht alles auf einmal, sondern in vier Schritten.

Vom Probekarton zur ganzen Menge

  1. je Größe zwei

    Probekartons

    Zuerst besorgst du die Probekartons, je Größe zwei.

  2. Menge steht

    Proben packen

    Mit ihnen packst du die Proben und rechnest die Menge aus.

  3. ohne Reserve

    Hauptmenge

    Danach kaufst du die errechnete Menge ohne Reserve und ziehst die Probekartons davon ab.

  4. nachkaufen

    Reserve

    Die Reserve kaufst du nach, wenn die letzten Schränke dran sind – oder gleich mit, wenn du dasselbe Format später nicht mehr bekommst.

Die Probekartons brauchst du, bevor du die erste Gruppe packst, die Hauptmenge spätestens dann, wenn du mit den selten genutzten Sachen beginnst: Bücher, Saisonkleidung, Keller. Bleib beim Nachkaufen beim selben Modell. Ein anderes Format nimmt eine andere Menge auf, und deine Probewerte passen dann nicht mehr. Ein günstiges Großpaket ändert deinen Bedarf nicht: Was du zu viel kaufst, bleibt übrig.

Zu den Kosten: Die 22 kleinen Kartons zu 2 € und die 12 großen zu 1,99 € kosten zusammen 67,88 € (Stand: Oktober 2026). Bestellst du beim Möbelhaus online, kommen Liefer- oder Bereitstellungskosten hinzu; der Baumarkt nennt einen Mengenvorteil ab 10 Stück, dort kann der Stückpreis also noch sinken. Dazu brauchst du Klebeband, Packpapier für die Küche und einen Stift zum Beschriften. Gebrauchte Kartons sparen Geld, wenn sie trocken, sauber und ohne Risse sind; ein durchgeweichter Boden trägt keine Bücher mehr.

Packst du nach deiner Rechnung, merkst du schnell, ob sie stimmt. Hake jede Gruppe auf dem Blatt ab, sobald ihr Regal leer ist, und vergleiche die verbrauchten Kartons mit der Planung. Wie du sie sicher packst und beschriftest, zeigt der Ratgeber Umzugskartons packen.

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