Einzugsabend: Bett, Bad und Licht zuerst
Lass die Kartons schon beim Ausladen in die Räume tragen, die auf ihnen stehen, und dort an die Wand stellen, nicht in die Mitte. Türen und der Weg zwischen Eingang, Bad, Küche und Bett bleiben frei. Schlüssel, Handy, Mietvertrag und Übergabeprotokoll bekommen einen Platz, an dem alle sie finden.
Dann öffnest du den Karton für die erste Nacht oder suchst zusammen, was hineingehört:
Bereitlegen
- Bettzeug
- Handtücher
- Toilettenpapierund Seife
- Ladekabel
- Werkzeug
- Lampemit Leuchtmittel
- Müllbeutel
- Teller, Becher, Besteckfür eine Mahlzeit
Licht ist in einer neuen Mietwohnung oft das erste Problem: Hat der Vormieter seine Leuchten mitgenommen, hängen nur Kabel aus der Decke. Eine Stehlampe oder eine Taschenlampe überbrückt den Abend, die Deckenleuchten kommen später. Richte danach das Bad ein und bezieh das Bett. Für die erste Mahlzeit reichen Geschirr, Besteck und eine freie Fläche; Vorräte und selten genutzte Küchengeräte warten. Ist der Kühlschrank liegend gereist, lies unter Kühlschrank liegend transportieren nach, wie lange er vor dem Einschalten stehen sollte – bis dahin hilft eine Kühlbox.
Pass die Reihenfolge an deinen Haushalt an. Muss ein Kind früh schlafen, kommt sein Bett zuerst, mit Kuscheltier und Nachtlicht. Arbeitest du am nächsten Morgen, gehören Laptop, Ladegerät und Arbeitsunterlagen zu den ersten Kartons.
Dekoration und das komplette Bücherregal bleiben geschlossen, solange du noch nach dem Handtuch suchen musst.
Erst Möbel stellen, dann Schränke füllen
Ein Schrank, der einmal voll ist, wandert nicht mehr. Stell deshalb Bett, Schrank, Sofa, Tisch und Regale an ihre endgültigen Plätze, bevor du den ersten Karton hineinleerst. Öffne Schranktüren und Schubladen ganz und geh die täglichen Wege ab: Blockiert die Sofaecke die Schranktür oder steht der Esstisch im Durchgang, verschiebst du ihn jetzt leer statt später mit vollen Fächern.
Leg danach für alles, was du täglich in die Hand nimmst, einen festen Platz fest, und zwar dort, wo du es benutzt: Alltagsgeschirr neben Spüle oder Spülmaschine, Töpfe neben den Herd, Kleidung in den Schrank im Schlafzimmer, Schlüssel und Taschen an den Eingang. Ziehen mehrere Personen ein, einigt ihr euch auf diese Plätze, bevor jede nach eigenem System einräumt. Was noch keinen Platz hat, kommt in eine beschriftete Kiste „Platz offen“ an einer festen Stelle, statt in kleinen Häufchen auf Fensterbank, Tisch und Sofa zu landen.
Als Raumstartplan sieht das so aus; trag in der dritten Spalte die Nummern oder Aufschriften deiner Kartons ein:
| Raum | Zuerst nutzbar machen | Diese Kartons zuerst | Darf warten |
|---|---|---|---|
| Schlafzimmer | Schlafen, morgens anziehen | Bettzeug, Kleidung für eine Woche | Saisonkleidung, Deko |
| Bad | Toilette, duschen, Zähne putzen | Handtücher, Hygieneartikel, Medikamente | Vorräte, Reserveartikel |
| Küche | Eine Mahlzeit, Kaffee, Abwasch | Alltagsgeschirr, Besteck, ein Topf, Spülmittel | Backzubehör, Gläser für Gäste |
| Flur | Ankommen, Schlüssel ablegen | Schuhe und Jacken für die Woche | Garderobe, Spiegel |
| Wohn- oder Arbeitszimmer | Sitzen, arbeiten | Laptop, Unterlagen, Ladekabel | Bücher, bis das Regal steht; Bilder aufhängen |
| Kinderzimmer | Schlafen, spielen | Bettzeug, Lieblingsspielzeug | Restliche Spielsachen, Bücher |
Raum für Raum: so leerst du die Kartons
Nach dem ersten Abend nimmst du dir jeweils eine abgeschlossene Einheit vor, etwa „Küche: Alltagsgeschirr einräumen“ oder „Schlafzimmer: Kleidung in den Schrank“. Innerhalb eines Raums kommt zuerst, was täglich gebraucht wird, dann Gelegentliches, zuletzt Dekoration. So bleibt jeder Raum benutzbar, auch wenn noch Kartons darin stehen.
Ein Karton nach dem anderen
Zuordnen
Unbeschriftete Kartons öffnest du nur kurz, beschriftest sie und stellst sie in ihren Raum.
direkt an den festen Platz
Einräumen
Dann leerst du einen Karton nach dem anderen und räumst jedes Teil direkt an seinen festen Platz.
Papier prüfen
Wickle Zerbrechliches einzeln aus und schüttle das Packpapier aus, bevor du es weglegst; darin verschwinden Schrauben, Deckel und Fernbedienungen.
Falten
Den leeren Karton faltest du sofort flach.
Schneid das Klebeband mit kurzer Klinge entlang der Fuge auf und nicht tief durch den Deckel, denn direkt darunter liegen oft Kabel, Polster oder ein Bild. Fehlt etwas, um eine Einheit abzuschließen, schreib das Hindernis konkret auf den Karton: „Kleiderbügel fehlen“, „Regal noch nicht aufgebaut“. Bücher bleiben verpackt, bis das Regal steht; Weihnachtsschmuck und Koffer wandern beschriftet in Keller oder Abstellraum. Nach jeder Einheit bleibt eine freie Arbeitsfläche zurück.
Schäden prüfen und rechtzeitig melden
Hat ein Umzugsunternehmen deine Sachen gefahren, laufen ab der Ablieferung Fristen. Einen Schaden, den man von außen sieht, etwa einen eingedrückten Karton oder einen Kratzer am Schrank, zeigst du am besten gleich bei der Ablieferung an. Dann genügt es, ihn der Person zu nennen, die abliefert (§ 438 Absatz 5 HGB); lass ihn zum Nachweis auf dem Ablieferungsschein notieren.
Sichtbarer Schaden
Spätestens musst du einen äußerlich erkennbaren Schaden am Tag nach der Ablieferung anzeigen.
Verdeckter Schaden
Einen Schaden, den du erst beim Auspacken entdeckst, musst du innerhalb von 14 Tagen nach der Ablieferung anzeigen.
Auch für die Anmeldung hast du zwei Wochen
Wer eine Wohnung bezieht, muss sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug bei der Meldebehörde anmelden (§ 17 Absatz 1 BMG).
Frist läuft
Wie die Anmeldung abläuft und welche Bestätigung des Vermieters du dafür brauchst, erklärt der Ratgeber Wohnsitz ummelden.
Verpasst du die Frist für die Schadensanzeige, erlöschen deine Ansprüche gegen das Umzugsunternehmen (§ 451f HGB). Nach der Ablieferung muss die Anzeige in Textform kommen, also per E-Mail, Fax oder Brief; für die Frist zählt, dass du sie rechtzeitig abschickst (§ 438 Absatz 4 HGB). Hast du den Umzug als Verbraucher beauftragt, muss das Unternehmen dich spätestens bei der Ablieferung über Form und Frist der Schadensanzeige und die Folgen einer versäumten Anzeige informieren; tut es das nicht, kann es sich auf die kurzen Fristen nicht berufen (§ 451g Satz 1 Nr. 2 HGB).
Öffne deshalb Kartons mit Zerbrechlichem und Elektronik in den ersten 14 Tagen und fotografiere jeden Schaden zusammen mit dem Karton und seiner Aufschrift. Die Anzeige kann so lauten:
Musterbrief
Deine Angaben
Dein Brief
Schadensanzeige zum Umzug vom Datum des Umzugs, Auftragsnummer Auftragsnummer
Sehr geehrte Damen und Herren,
beim Auspacken am Datum des Auspackens habe ich folgenden Schaden festgestellt: Gegenstand, Karton-Nr., Art des Schadens. Der Schaden war von außen nicht erkennbar. Fotos füge ich bei.
Hiermit zeige ich Ihnen den Schaden nach § 451f HGB an. Bitte bestätigen Sie mir den Eingang und teilen Sie mir mit, wie Sie den Schaden regulieren.
Mit freundlichen Grüßen Name, neue Anschrift
Wie viel ein Umzugsunternehmen höchstens ersetzt und wann eine zusätzliche Versicherung hilft, steht unter Umzugsversicherung.
Wie lange das Auspacken dauert
Wie lange du brauchst, hängt von der Zahl der Kartons, deinem Tempo und der Zeit ab, die du dir täglich nimmst. Einen festen Wert gibt es nicht, aber du kannst ihn für dich ausrechnen. Zähl die Kartons, die noch zu sind. Stopp dann die Zeit für die ersten drei Kartons, vom Öffnen bis zum flach gefalteten Karton, und nimm den Durchschnitt.
Die folgende Beispielrechnung nimmt an, dass 40 Kartons übrig sind, jeder im Schnitt 15 Minuten dauert und du nach der Arbeit 3 Stunden am Abend auspackst. Das Umzugsunternehmen hat am Donnerstag, 26. November 2026, abgeliefert:
So rechnest du
- Auspackzeit gesamt40 Kartons × 15 Minuten600 Minuten = 10 Stunden
- Sichtbare Schäden anzeigen bisAblieferung 26.11.2026 + 1 Tag27.11.2026
- Verdeckte Schäden abschicken bis26.11.2026 + 14 Tage10.12.2026
- Abende10 Stunden ÷ 3 Stunden je Abend = 3,3, aufgerundet4 Abende
Auspackzeit und Schadensfristen
- Auspackzeit gesamt10,0 Stunden
- Sichtbare Schäden anzeigen bis27.11.2026
- Verdeckte Schäden abschicken bis10.12.2026
- Abende4 Abende
Dauern Küche und Kleiderschrank bei dir deutlich länger als der Rest, rechnest du sie getrennt. Fehlt dir nach dem Umzug die Kraft für ganze Abende, zeigt der Ratgeber zur Erschöpfung nach dem Umzug, wie du die Restarbeiten neu verteilst. Plane außerdem die Kartons mit Glas, Porzellan, Bildern und Elektronik in die ersten 14 Tage ein, auch wenn du ihren Inhalt noch nicht brauchst – warum, steht im vorigen Abschnitt. Der Rechner zeigt die beiden Fristtage als Kalendertage; fällt einer auf ein Wochenende, schickst du die Anzeige trotzdem bis dahin ab, per E-Mail geht das jederzeit.
Verpackung zurückgeben, weitergeben, entsorgen
Sammle die Verpackung schon beim Auspacken in drei Stapeln: Mietkartons, Material zum Weitergeben, Abfall. Mietkartons bleiben zusammen. Prüf vor der Rückgabe jeden auf vergessenen Inhalt und lies im Mietvertrag nach, bis wann, wohin und in welchem Zustand sie zurückmüssen; mehr dazu unter Umzugskartons mieten.
Gut erhaltene eigene Kartons, Packpapier und Luftpolsterfolie braucht oft jemand, der gerade selbst umzieht. Biete sie flach gefaltet in einer Kleinanzeige an und vereinbare einen festen Abholtermin; behalte nur so viele, wie in eine Ecke von Keller oder Abstellraum passen.
Was weg muss, trennst du: Kartons und Pappe gehören flach gefaltet ins Altpapier, Folien wie andere Kunststoffverpackungen in die gelbe Tonne oder den gelben Sack, Styropor nicht ins Altpapier. Passt die Menge nicht in die Tonnen, bringst du den Rest zum Wertstoff- oder Recyclinghof; was er annimmt und zu welchen Bedingungen, steht im Abfall-ABC deiner Stadt oder deines Landkreises.
Nach ein paar Wochen gehst du die Kiste „Platz offen“ und die letzten Restkartons durch. Was bis dahin keinen Platz gefunden hat, bekommt jetzt einen oder wird verschenkt.
