Weiß-braun gefleckte Katze liegt in einem offenen Umzugskarton auf dem Holzboden
Familie & Lebenslagen

Lesedauer 11 Minuten

Umzug mit Katze: sicher transportieren und gut eingewöhnen

Box vorher üben, am Umzugstag ins abgeschlossene Zimmer, dann ein Startraum. Und wann Freigänger wieder rausdürfen.

Vorbereitung im alten Zuhause

Je früher du anfängst, desto weniger muss am Umzugstag gelingen. Trag die Schritte gleich in deine Umzugscheckliste ein:

Zeitplan

  1. Sobald der Termin stehtTransportbox offen in die Wohnung stellen und das Hineingehen üben; im Mietvertrag der neuen Wohnung nachlesen, was zur Tierhaltung steht.
  2. Zwei bis drei Wochen vorherRegisterdaten prüfen, Netz und Fensterschutz für die neue Wohnung bestellen, bei großer Angst die Fahrt mit der Tierarztpraxis besprechen.
  3. Beim PackenEin ruhiges Zimmer als Rückzugsraum festlegen, das du zuletzt ausräumst.
  4. Am VorabendDen Startraum in der neuen Wohnung einrichten, wenn du schon hineinkannst; ein Freigänger bleibt ab jetzt drinnen.
  5. UmzugstagDie Katze ins abgeschlossene Zimmer bringen, bevor die Wohnungstür offen steht.

Transportbox auswählen und üben

Nimm eine geräumige Box aus Kunststoff. Die Bundestierärztekammer hält solche Boxen für besser geeignet als geflochtene Körbe, in denen sich die Katze leicht festkrallt. Deine Katze muss darin sitzen, sich drehen und bequem liegen können. Praktisch ist ein abnehmbarer Deckel: Im Startraum kann eine ängstliche Katze dann im Unterteil sitzen bleiben, bis sie von selbst geht.

Laut TASSO übst du die Box am besten schon einige Wochen vor dem Umzug; das hilft auch bei jedem späteren Tierarztbesuch:

  1. Box zum Möbelstück machen. Stell sie offen an einen Lieblingsplatz und leg eine Decke hinein, die nach euch riecht.
  2. In Etappen füttern. Erst neben der Box, dann am Eingang, dann drinnen; zwischendurch findet die Katze dort Leckerchen.
  3. Tür kurz schließen. Sitzt sie entspannt darin, schließ die Tür für einige Sekunden und öffne sie wieder, bevor sie unruhig wird.
  4. Tragen und fahren. Trag die Box durch die Wohnung, später eine kurze Runde im Auto.

Hat deine Katze bei früheren Fahrten große Angst gezeigt oder ist sie krank, sprich die Fahrt vorher mit der Tierarztpraxis durch. Beruhigende Mittel setzt du laut Bundestierärztekammer nur nach Beratung und in Absprache mit dem Tierarzt ein.

Packen, ohne dass die Katze im Karton landet

Viele Katzen klettern in offene Kisten. TASSO warnt davor, dass eine Katze dabei in einem Karton landet, der anschließend verschlossen wird. Schau deshalb in jeden Karton, bevor du ihn zuklebst, und klebe nicht, solange du die Katze nicht siehst. Lass ein ruhiges Zimmer bis zuletzt unverändert: Dort bleiben Liegeplatz, Kratzbrett, Futter, Wasser und Toiletten. Decken und Kratzmöbel ziehen ungewaschen mit um. TASSO rät, dass die Katze Vertrautes im neuen Zuhause an vertrauten Orten wiederfindet; mit neuen Möbeln und neuen Standorten wartest du besser noch.

Chip, Haustierregister und Mietvertrag

Ein Mikrochip hilft nur, wenn seine Nummer in einem Haustierregister mit deiner aktuellen Adresse und Telefonnummer verknüpft ist. Register wie FINDEFIX vom Deutschen Tierschutzbund oder TASSO sind private Stellen: Die neue Adresse trägst du dort selbst ein, bei TASSO etwa im Nutzerkonto MeinTASSO. Steht die Katze in mehreren Registern, änderst du die Daten in jedem; die Anmeldung beim Bürgeramt ersetzt das nicht. Nur mit aktuellen Daten können sie dir ein entlaufenes Tier zurückbringen. Ob deine Katze überhaupt einen Chip hat, stellt die Tierarztpraxis fest; ob sie registriert ist, sagt dir das Register.

Für die neue Mietwohnung gilt: Eine Klausel im Formularmietvertrag, die Hunde und Katzen generell verbietet, ist unwirksam (BGH, Urteil vom 20.03.2013, VIII ZR 168/12). Erlaubt ist die Katze damit nicht automatisch, denn es kommt auf eine Abwägung im Einzelfall an, bei der auch andere Hausbewohner und Nachbarn zählen. Steht im Vertrag, dass Tierhaltung eine Zustimmung braucht, hol sie vor dem Einzug schriftlich ein und nenne darin, wie viele Katzen einziehen.

Umzugstag: Katze sicher unterbringen

TASSO rät, die Katze möglichst wenig vom Trubel mitbekommen zu lassen.

Wo bleibt die Katze, während getragen wird?

  1. Jemand kann sie für den Tag aufnehmen

    Bei einer vertrauten Person

    Wenn es geht, bringst du sie bei einer vertrauten Person unter, bis alles vorbei ist.

  2. Der Startraum ist erst später fertig

    Im alten Rückzugsraum

    Die Katze kann auch im Rückzugsraum der alten Wohnung bleiben, bis der Startraum in der neuen fertig ist.

  3. Die neue Wohnung ist schon zugänglich

    Vorab in den Startraum

    Ist die neue Wohnung schon vorher zugänglich, kann eine zweite Person sie auch vorab dorthin bringen und hinter geschlossener Tür betreuen, während in der alten Wohnung geladen wird.

Wartet die Katze in der alten oder neuen Wohnung, bleibt ihr Zimmer zu. TASSO rät, die Tür im Idealfall abzuschließen, damit nicht versehentlich ein Helfer öffnet und die Katze entwischt. Häng zusätzlich einen Zettel an die Tür („Katze im Zimmer – bitte nicht öffnen“), gib den Schlüssel einer Person, die sich nur um die Katze kümmert und keine Möbel trägt, und sag den Helfern vor dem ersten Karton Bescheid.

Der Wechsel selbst läuft immer gleich ab.

Vom geschlossenen Zimmer in den Startraum

  1. Box schließen

    Im geschlossenen Zimmer setzt du die Katze in die Box und prüfst den Verschluss, erst dann geht die Zimmertür auf.

  2. quer zur Fahrtrichtung

    Fußraum

    Im Auto steht die Box im Fußraum hinter einem Vordersitz, quer zur Fahrtrichtung.

  3. Ohne Umweg

    Du fährst ohne Umweg zur neuen Wohnung und trägst die Box direkt in den Startraum.

  4. erst Tür zu, dann Box auf

    Startraum

    Erst wenn Zimmertür und Fenster dort geschlossen sind, öffnest du die Box und lässt die Katze selbst herauskommen.

Fahrt: Box im Fußraum hinter dem Sitz

Der Fußraum ist kein Notbehelf. In einem Crashtest des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC baute eine Box hinter dem Vordersitz die Aufprallenergie früh ab, und weil das Tier quer zur Stoßrichtung lag, blieb seine Verletzungsgefahr gering. Auf dem Sitz anschnallen solltest du die Box nicht: Viele Boxen sind dafür nach Angaben des Herstellers TRIXIE nicht ausgelegt und können bei einem Unfall brechen. Die Katze fährt im Auto, nicht im Laderaum des Umzugswagens, und die Box bleibt bis zum Startraum zu, auch wenn sie miaut. Wer fährt, ist dafür verantwortlich, dass Sicht und Gehör nicht durch Tiere oder Ladung beeinträchtigt werden (§ 23 Abs. 1 StVO).

Im Sommer bleibt die Katze auch zum Ausladen nicht im geparkten Auto. Bei direkter Sonne kann sich ein Auto auf über 60 °C aufheizen, ein Fensterspalt hilft kaum, und Katzen können sich nicht durch Schwitzen kühlen, warnt der Landkreis München. Was sonst an heißen Umzugstagen hilft, steht unter Umzug bei Hitze.

Ankommen: Startraum und erste Tage

Der Startraum ist ein ruhiges Zimmer abseits der Laufwege, am besten eines, in dem in den nächsten Tagen nichts mehr aufgebaut wird. Bevor die Katze kommt, steht dort alles, was sie braucht:

Bereitlegen

  • Katzentoilettenmit der gewohnten Streu, eine mehr als Katzen im Haushalt
  • Futter- und Wassernapfmit dem gewohnten Futter
  • Decke und Liegeplatzmit vertrautem Geruch
  • Kratzbrett oder Kratzbaum
  • Verstecketwa die offene Transportbox oder ein Karton mit Decke
  • Zettel und Schlüsselfür die Zimmertür

Stell die Toilette nicht neben Futter und Wasser. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) nennt für den Futternapf mindestens drei Meter Abstand zur Katzentoilette und rät von Toiletten mit Deckel ab; im Startraum nutzt du dafür gegenüberliegende Ecken. Die Toilettenzahl folgt der Regel des Deutschen Tierschutzbunds: immer eine mehr als Katzen, bei zwei Katzen also drei.

Stell die Box in eine ruhige Ecke, öffne sie und lass die Katze selbst herauskommen; zieh sie nicht heraus und trag sie nicht zur Besichtigung durch die Wohnung. Futter, Streu und Fütterungszeiten bleiben, wie sie waren. Erst wenn der Trubel vorbei ist und sie von sich aus an der Tür sitzt, öffnest du weitere Räume, einen nach dem anderen; der Weg zurück in den Startraum bleibt frei. Im Mehrkatzenhaushalt achtest du darauf, dass jede Katze frisst und keine einer anderen den Weg zu Napf oder Toilette versperrt.

Der StartraumStell die Toilette nicht neben Futter und Wasser.
Katzentoilettenoffene TransportboxgegenüberliegendeEckenFutter und WasserKatzentoilettenoffene TransportboxgegenüberliegendeEckenFutter und Wasser

Stresszeichen richtig einordnen

Eine Katze, die sich in den ersten Tagen unter dem Bett verkriecht und erst nachts herauskommt, braucht vor allem Ruhe. Anders ist es bei Zeichen, die laut TVT eine tierärztliche Untersuchung verlangen: Futterverweigerung, Teilnahmslosigkeit und Unsauberkeit.

Was du beobachtestWas dahinterstecken kannWas du tust
Versteckt sich, kommt nachts heraus, frisst und nutzt die ToiletteEingewöhnungVersteck lassen, nicht hervorlocken, Napf und Toilette in Reichweite stellen
Frisst nicht oder kaumKrankheit oder starker Stress; ohne Futter droht eine FettleberTierarztpraxis anrufen, nicht mehrere Tage abwarten
Uriniert oder kotet neben die Toilette, markiertHäufigstes Stresszeichen, möglich ist auch eine schmerzhafte BlasenerkrankungToilette und Streu prüfen, tierärztlich abklären lassen
Putzt sich, bis kahle Stellen entstehenStressTierärztlich abklären lassen
Faucht oder greift plötzlich Menschen oder andere Katzen anÜberforderungStreitende Katzen trennen, mehr Rückzugsorte schaffen
Liegt teilnahmslos herum, spielt nicht mehrKrankheit oder SchmerzenTierärztlich untersuchen lassen

Bei Futterverweigerung zählt jeder Tag. Hört eine Katze auf zu fressen, kann sich eine Fettleber entwickeln, die hepatische Lipidose. Das tiermedizinische Handbuch MSD Veterinary Manual nennt den Umzug in einen neuen Haushalt ausdrücklich unter den Stressauslösern, die dazu führen können, und übergewichtige Katzen als besonders gefährdet; das Feline Health Center der Cornell University hält die Erkrankung ohne rasche Behandlung für wahrscheinlich tödlich. Notiere für die Praxis, seit wann die Katze nicht frisst und was sich beim Toilettengang verändert hat.

Wohnungskatze: Fenster und Balkon sichern

In der neuen Wohnung ist jedes offene Fenster ein Risiko, gerade in den ersten Tagen, wenn gelüftet wird und Handwerker kommen. Die TVT verlangt, dass Fenster mit Netzen oder Gittern gesichert oder geschlossen sind, weil Katzen im Jagdfieber nicht auf Gefahren achten; Balkone sollen mit Katzenschutznetzen oder Gittern gesichert sein, damit die Katze nicht entwischt oder abstürzt.

Bestell Netz und Gitter, sobald die neue Wohnung feststeht, und frag den Vermieter, bevor du dafür bohrst. Stell Kratzbaum, erhöhte Liegeplätze und einen Fensterplatz mit Aussicht früh wieder auf: Eine Wohnungskatze braucht laut TVT wechselnde Beschäftigung, und gerade nach dem Umzug hilft ihr alles, was sie kennt.

Freigänger: wann es wieder hinausgeht

Ein Freigänger muss sein neues Zuhause erst als Revier annehmen, bevor er die Nachbarschaft erkundet. Als übliche Empfehlung nennt TASSO, dass er dafür mindestens einen Monat in der Wohnung bleibt; in dieser Zeit helfen gemeinsames Spiel und Abwechslung drinnen. Eine Frist, nach der jede Katze sicher hinausdarf, gibt es nicht. Frisst sie noch schlecht, versteckt sie sich oder markiert sie, wartest du länger.

Prüf vorher die Umgebung. Eine Hauptstraße oder Bahngleise vor dem Haus sind laut TASSO lebensgefährlich, auch wenn die Gefahr nur auf einer Seite des Hauses liegt; der Deutsche Tierschutzbund hält Freigang nur in verkehrsberuhigten Gegenden mit viel Grün für sinnvoll. Liegt die neue Wohnung an einer belebten Straße, kann ein gesicherter Balkon oder ein umzäunter Garten die bessere Lösung sein.

Viele Länder und Städte haben Katzenschutzverordnungen, die Freigängern Kastration, Chip und Registrierung vorschreiben. Grundlage ist § 13b Tierschutzgesetz: Er erlaubt den Landesregierungen, den unkontrollierten freien Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen in festgelegten Gebieten zu verbieten oder zu beschränken und eine Kennzeichnung und Registrierung vorzuschreiben. Ob am neuen Wohnort eine solche Verordnung gilt, sagt dir das Veterinäramt oder die Website deiner Stadt.

Ziehst du nur ein paar Straßen weiter, gib den Nachmietern und den alten Nachbarn deine Telefonnummer, falls die Katze am alten Haus auftaucht. Wie du Nachbarn kurz informierst, zeigt der Beitrag Zettel für die Nachbarn.

Vor dem ersten Freigang prüfen

0 von 6 erledigtAlles erledigt

Entläuft deine Katze, meldest du sie sofort beim Register als vermisst. In Berlin nimmt die amtliche Tiersammelstelle des Bezirksamts Lichtenberg auf dem Gelände des Tierheims Berlin, Hausvaterweg 39, Fundtiere aus dem ganzen Stadtgebiet auf; dort meldest du sie unter 030 76 888-200 als vermisst. Was beim Umzug mit Hund oder mehreren Tierarten anders ist, steht unter Umzug mit Tieren.

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