Junge Frau hält in einem hellen Altbauzimmer zwei Oberteile hoch und überlegt, welches bleibt
Entsorgen

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Ausmisten vor dem Umzug: Was mitkommt, was geht und wohin damit

Ausmisten vor Umzug mit Plan: In Berlin nehmen BSR-Höfe bis 3 m³ Sperrmüll gratis, die Abholung kostet ab 50 €. Dazu NochMall und Kieztag.

Was mitkommt: Platz in der neuen Wohnung

Fang mit dem Grundriss der neuen Wohnung an, nicht mit deinen Schränken. Notiere für jeden Raum, welche Möbel dort stehen sollen, und miss die Stellflächen. Rechne geöffnete Schranktüren, ausgezogene Schubladen und den Platz rund um den Esstisch mit: Ein Regal, das nur mit geschlossenen Türen passt, hat noch keinen Platz. Bleiben Einbauküche, Garderobe oder Badschrank in der neuen Wohnung, ist dein bisheriges Stück ein Kandidat für den Verkauf. Ziehst du in eine kleinere Wohnung, findest du das Vorgehen vom Grundriss aus ausführlich unter Vom Haus in eine kleinere Wohnung ziehen.

Ziehst du mit jemandem zusammen, vergleicht ihr beide Haushalte nach Funktion: ein Sofa, eine Waschmaschine, ein Satz Töpfe. Was doppelt ist, entscheidet ihr, bevor es in Kartons landet; die übrigen Punkte stehen in der Checkliste fürs Zusammenziehen. Selten Benutztes behältst du nach konkretem Bedarf: Winterjacken, Werkzeug und Gästebettwäsche dürfen bleiben, auch wenn sie ein Jahr im Schrank lagen. „Vielleicht irgendwann“ ohne Einsatz und ohne Lagerplatz ist kein Grund für einen weiteren Karton.

Jeder Gegenstand, der nicht mitkommt, spart Platz im Umzugswagen. Wie groß der Transporter danach sein muss, rechnest du mit Umzug-LKW-Größe berechnen nach dem Ausmisten aus, nicht davor. Und markiere, was du bis zum Auszug noch brauchst: Putzzeug, etwas Geschirr, Werkzeug, Kleidung für die letzten Tage. Diese Sachen sind entschieden, kommen aber zuletzt in den Karton.

Raum für Raum entscheiden

Teil die Arbeit in Bereiche, die du in einem Durchgang fertig bekommst: eine Schublade, ein Schrank, dann der Rest des Raums. Wer Keller, Küche und Kleiderschrank gleichzeitig öffnet, hat abends drei angefangene Stapel und keinen fertigen Raum. Beginne mit dem Eindeutigen, also Kaputtem und Doppeltem; Erinnerungsstücke kommen zum Schluss. Nimm dir die großen Möbel früh vor, damit sie entschieden sind, wenn du rund vier Wochen vor dem Auszug die Sperrmüllabholung zum Spartarif buchst.

Jeder Gegenstand bekommt einen von vier Zuständen, nach dem Prinzip der bekannten Vier-Kisten-Methode:

  • Behalten: hat einen Platz in der neuen Wohnung und kommt zum Packbestand.
  • Weitergeben: ist brauchbar; Empfänger oder Weg wird festgelegt.
  • Entsorgen: ist nicht mehr nutzbar und wird nach Abfallart getrennt.
  • Noch offen: wartet auf eine bestimmte Information und hat ein Datum.

Ob du mit beschrifteten Kisten, Stapeln oder Klebezetteln sortierst, ist egal. Wichtig ist nur die Grenze für „noch offen“, etwa ein einziger Karton. Schreib an jedes Stück darin, was fehlt und bis wann du entscheidest: die Breite der neuen Nische, die Antwort der Schwester, ob sie den Sessel nimmt. „Später ansehen“ ohne nächsten Schritt verschiebt dieselbe Arbeit nur in die neue Wohnung.

Bei Erinnerungsstücken entscheidet die Bedeutung, nicht der Platz allein. Leg fest, welche Briefe, Fotos oder Erbstücke du im Original behältst, und reserviere ihnen eine Kiste oder ein Regalfach. Ein Foto kann ein sperriges Stück ersetzen, wenn es dir genügt. Geliehenes legst du zur Rückgabe bereit, über Sachen anderer im Haushalt entscheidest du nicht allein.

Abgabewege in Berlin: wer was annimmt

Die BSR bietet in Berlin mehrere Wege für Ausgemistetes. Die Übersicht zeigt, was wo angenommen wird; „bedingt“ heißt: nur mit der Einschränkung in der letzten Spalte.

Übersicht

Welche Stelle was annimmt

GegenstandNochMallKieztagRecyclinghofSperrmüllabholungDarauf achten
Gut erhaltene MöbeljajajajaNochMall nimmt keine zerlegten Möbel außer Bettgestellen, die Abholung nur zerlegte oder mit gebuchter Demontage
MatratzenneinjajajaIn der NochMall aus Hygienegründen ausgeschlossen
Kühlschrank, WaschmaschineneinjajabedingtAbholung nur zusammen mit Sperrmüll, höchstens drei Geräte „weiße Ware“
Kleine ElektrogerätebedingtjajabedingtNochMall nur funktionsfähig, keine Drucker; Abholung nur mit Sperrmüll
Kleidung, SchuhejajajabedingtSauber, trocken, in Säcken, Schuhe paarweise gebunden; Abholung als Zusatz zum Sperrmüllauftrag
Farben, Lacke, Spraydosen–neinbedingtneinNur an den sechs Höfen mit Schadstoffannahme
Fliesen, Bauschutt–neinbedingtneinAuf dem Recyclinghof gebührenpflichtig, 4 € je angefangene 10 l

Verkaufen: Anzeige, Haftung, Steuer

Für den Verkauf fotografierst du das Stück bei Tageslicht, nennst Maße, Zustand und bekannte Schäden und schreibst dazu, ab wann und wo es abgeholt werden kann. Verkaufst du privat, kannst du die Haftung für Mängel ausschließen: Das Verbot dafür trifft nach § 476 BGB nur Unternehmer, die an Verbraucher verkaufen. Auf den Ausschluss berufen kannst du dich nach § 444 BGB aber nicht, wenn du einen Mangel arglistig verschweigst oder eine Garantie übernommen hast. Schreib deshalb in die Anzeige „Privatverkauf unter Ausschluss jeglicher Sachmängelhaftung“ und nenn alle Mängel, die du kennst.

Der Verkauf gebrauchter Möbel, Kleidung und Geräte aus dem eigenen Haushalt ist kein steuerpflichtiges privates Veräußerungsgeschäft, denn § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG nimmt Gegenstände des täglichen Gebrauchs aus. Verkaufsplattformen melden dem Bundeszentralamt für Steuern trotzdem jeden, der in einem Kalenderjahr auf derselben Plattform 30 Verkäufe oder 2.000 € erreicht (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 und § 13 Abs. 1 PStTG). Eine Meldung bedeutet nicht, dass Steuer fällig wird.

Verschenken und spenden

Verschenken kostet weniger Zeit, braucht aber genauso eine Absprache. Die BSR betreibt dafür den kostenlosen Tausch- und Verschenkmarkt im Internet, und jeder Kieztag hat einen eigenen Tausch- und Verschenkmarkt. Gut Erhaltenes nimmt die NochMall an, das Gebrauchtwarenkaufhaus der BSR in der Auguste-Viktoria-Allee 99 in Reinickendorf, geöffnet montags bis samstags von 10 bis 20 Uhr. Abgeben kannst du dort oder auf den Recyclinghöfen Gradestraße, Ostpreußendamm, Hegauer Weg, Lengeder Straße und Rahnsdorfer Straße. Gemeinnützige Annahmestellen sammelt die BSR in einer Liste nach Bezirken, manche holen Möbel kostenlos ab. Ruf dort vorher an und schick Fotos: Nicht jede Stelle nimmt jedes Stück in jedem Zustand.

Entsorgen: Sperrmüll, Schadstoffe, Kleidung

Auf die 14 Recyclinghöfe der BSR bringst du bis zu 3 m³ Sperrmüll gebührenfrei, dazu Elektrogeräte, Alttextilien und Papier ohne Mengengrenze; ohne Auto ist der Kieztag im Bezirk der kostenfreie Weg, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Für große Mengen holt die BSR den Sperrmüll aus der Wohnung ab: bis 5 m³ pauschal 50 €, wenn sie frühestens am 16. Werktag nach der Buchung kommen darf, mit der Standardgebühr 100 €, Elektrogeräte im selben Auftrag gebührenfrei. Buch sie deshalb rund vier Wochen vor dem Auszug auf bsr.de oder unter 030 7592-4900. Wie die BSR die Menge berechnet, was jeder weitere Kubikmeter kostet, wie du bereitstellst und den Halteplatz sicherst, steht im Ratgeber Sperrmüll in Berlin; für eine einzelne alte Matratze gibt es eigene Wege unter Matratze entsorgen.

Farben, Lacke, Lösungsmittel und Spraydosen nehmen nur die sechs Schadstoffannahmestellen auf den Recyclinghöfen Behmstraße, Brunsbütteler Damm, Gradestraße, Hegauer Weg, Nordring und Oberspreestraße an, von Berliner Privathaushalten bis 20 kg je Schadstoff und Tag gebührenfrei, möglichst in der Originalverpackung; Haushaltsbatterien nimmt jeder Recyclinghof. Seit dem 1. Januar 2025 müssen die Entsorger Textilien getrennt sammeln (§ 20 Abs. 2 KrWG). Kleidung gehört laut BSR deshalb nicht mehr in den Restmüll, sondern in den Altkleidercontainer, auf den Recyclinghof oder in die Spende; nur kaputte, verschlissene oder stark verschmutzte Textilien kommen weiter in den Restmüll.

Elektrogeräte zurückgeben und Daten löschen

Alte Elektrogeräte nimmt auch der Handel zurück. Händler mit mindestens 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte und Lebensmittelmärkte ab 800 m², die regelmäßig Elektrogeräte anbieten, müssen beim Kauf eines neuen Geräts ein altes der gleichen Art kostenlos zurücknehmen, bei Lieferung nach Hause auch dort. Kleine Geräte, die in keiner Abmessung größer als 25 cm sind, nehmen sie auch ohne Kauf zurück, bis zu drei pro Geräteart (§ 17 Abs. 1 ElektroG). Batterien und Lampen, die sich ohne Zerstören entnehmen lassen, nimmst du vorher heraus (§ 10 Abs. 1 ElektroG); bei Lithium-Akkus klebst du laut BSR die Pole ab. Vor den Recyclinghöfen halten sich laut BSR häufig illegale Händler auf; gib ihnen nichts, sie entsorgen nicht umweltgerecht.

Für die Daten auf dem Gerät bist du selbst verantwortlich, darauf müssen Entsorger, Händler und Hersteller nach § 18 ElektroG hinweisen.

Irrtum

„Zurücksetzen auf Werkseinstellungen löscht alles.“

Richtig

Ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen reicht laut Verbraucherzentrale nicht immer aus. Bei aktuellen Smartphones und Tablets genügt es nach Angaben des BSI, wenn du die Variante wählst, die auch die Inhalte löscht.

So gehst du vor:

  1. Sichern und prüfen. Sichere Fotos, Kontakte und Dokumente und öffne die Sicherung einmal auf einem anderen Gerät.
  2. Karten und Konten lösen. Nimm SIM- und Speicherkarten heraus, melde dich aus Apple- oder Google-Konto ab und entkopple die Smartwatch.
  3. Smartphone zurücksetzen. Beim iPhone unter „Einstellungen“, „Allgemein“, „iPhone übertragen/zurücksetzen“, „Alle Inhalte & Einstellungen löschen“; beim Verkauf mit eSIM auch das eSIM-Profil löschen. Bei Android heißt der Punkt „auf Werkseinstellungen zurücksetzen“ oder „alle Daten löschen“; einen unverschlüsselten Speicher überschreibst du vorher, etwa mit einem Video, bis er voll ist.
  4. Computer gründlich löschen. Eine Festplatte überschreibst du mit einem Löschprogramm, das von einem USB-Stick startet; solche Programme gibt es teils vom Hersteller des Datenträgers oder schon in der Firmware des Computers. Viele SSDs kennen außerdem einen eigenen Befehl zum sicheren Löschen. War der Datenträger verschlüsselt, genügt es, die Schlüssel sicher zu löschen.
  5. Defektes zerstören. Lässt sich ein Datenträger nicht mehr löschen, zerstörst du ihn mit Schutzbrille: bei SSD und USB-Stick die Speicherchips, SD-Karten zerbrechen.

Abgabeplan bis zum Umzugstag

Ein Abgabeplan verhindert, dass Entschiedenes doch noch mitzieht. Er hält für jedes Stück den Weg, den letzten Termin und einen Ersatzweg fest, falls der Käufer abspringt; im gemeinsamen Haushalt schreibst du dazu, wer sich kümmert. Rückwärts vom Umzugstag sieht das so aus:

Zeitplan

  1. Sobald der Umzugstermin stehtGroße Möbel und Geräte inserieren, Spenden anfragen.
  2. Rund vier Wochen vor dem AuszugBSR-Abholung zum Spartarif buchen, mit Termin in der letzten Woche vor dem Auszug; was vielleicht noch verkauft wird, buchst du mit.
  3. 4 Werktage vor der AbholungLetzte Gelegenheit, kostenlos zu stornieren; die Menge änderst du bis 2 Werktage vorher. Die Halteverbotsschilder stehen jetzt.
  4. AbholtagSperrmüll zerlegt in der Wohnung bereitstellen, Halteplatz frei.
  5. Letzte Tage vor dem AuszugSchadstoffe und Elektrokleingeräte zum Recyclinghof, Kleidung in den Container.
  6. UmzugstagIn der Wohnung steht nur noch, was mitkommt.

So kann ein ausgefüllter Plan aussehen:

GegenstandWegLetzter TerminErsatzweg
Esstisch, gut erhaltenVerkaufen, Abholung durch Käufer1 Woche vor dem UmzugVorsorglich mit der BSR-Abholung gebucht
Matratze und BettgestellBSR-Abholung zum SpartarifBuchung 4 Wochen vorherKieztag im Bezirk oder Recyclinghof
Alte WaschmaschineRücknahme beim Kauf der neuenBeim Kauf ankündigenRecyclinghof oder mit der BSR-Abholung
LaptopVerkaufen nach Datenlöschung2 Wochen vor dem UmzugNach Datenlöschung zum Recyclinghof
KleidungSpende oder Altkleidercontainer1 Woche vor dem UmzugRecyclinghof, gebührenfrei
Farbreste, SpraydosenSchadstoffannahme1 Woche vor dem UmzugAndere der sechs Annahmestellen

Richte in der Wohnung eine Ecke für alles ein, was geht, beschriftet mit Weg und Datum, und leg Zubehör und Anleitungen gleich dazu. Bestätige jede Möbelabholung mit Zeitfenster und der Frage, wer abbaut und trägt. Sagt jemand ab oder erscheint nicht, gilt sofort der Ersatzweg aus dem Plan. Vor dem Packen gehst du alle Räume, Keller und Dachboden ein letztes Mal durch:

Checkliste: letzter Durchgang vor dem Packen

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