Material, Mengen und Preise
Für einen Umzug mit Möbeln reichen sieben Materialien. Die Preise stammen aus den Onlineshops von Hornbach und Bauhaus vom 13. Oktober 2026, jeweils für ein Stück oder eine Rolle; im Markt können sie abweichen.
| Material | Wofür | Größe | Preis |
|---|---|---|---|
| Umzugsdecke (Möbeldecke) aus Polyester | Polster um Korpus, Fronten und Polstermöbel | 140 × 210 cm | 3,95 € |
| Stretchfolie, 20 µm | Außenhülle, hält Decken und Türen am Möbel | 50 cm × 300 m | 14,95 € |
| Luftpolsterfolie, 80 µm | Polster für Glas, Füße, Griffe und Beschläge | 1 × 20 m | 16,95 € |
| Schaumfolie aus Polyethylen | Weiche Kontaktlage auf empfindlichen Flächen | 1 × 25 m | 21,50 € |
| Kantenschutz als U-Profil, 5 mm stark | Zum Aufstecken auf Tischplatten und Plattenkanten | 1 m | 1,95 € |
| Wellpappe von der Rolle | Abdeckung für Glas, Spiegel und große Flächen | 70 cm × 25 m | 14,45 € |
| Packband aus Polypropylen | Nur auf Folie und Pappe | 50 mm × 60 m | 4,95 € |
Als Kontaktlage taugen auch alte Bettlaken, Baumwoll-Geschirrtücher und Handtücher aus dem Haushalt, wenn sie sauber und farbecht sind. Im Winter lagerst du Klebeband in der Wohnung: Unter 5 °C werden Träger und Klebmasse spröde, und das Band haftet schlecht auf kalter Folie.
Daneben legst du Werkzeug für die Teile bereit, die vor dem Verpacken abkommen:
Bereitlegen
- Schraubendreher und Inbusschlüsselfür Griffe, Füße und Beschläge
- Gefrierbeutel mit Zipperfür Schrauben, Bodenträger und Schlüssel
- Folienstift und Malerkreppzum Beschriften der Folie
- Arbeitshandschuhefoliertes Möbel liegt glatt in der Hand
- Smartphonefür die Fotos vor dem Einpacken
Möbeldecken: Gewicht und Anzahl
Umzugsdecke und Möbeldecke sind zwei Namen für dieselbe Polsterdecke. Eine brauchbare erkennst du an drei Angaben auf der Produktseite: Größe, Material und Gewicht. Die Decke aus der Tabelle misst 140 × 210 cm, besteht aus 100 % Polyester und wiegt 0,94 kg, also rund 320 g je Quadratmeter; von zwei gleich großen Decken hat die leichtere weniger Material zum Polstern.
Wie viele Decken du brauchst, schätzt du über die Fläche: Eine Decke mit 140 × 210 cm deckt knapp 3 m². Eine Kommode mit 120 cm Breite, 50 cm Tiefe und 90 cm Höhe hat ohne Boden rund 3,7 m² Außenfläche und braucht damit zwei Decken, die sich an den Kanten überlappen. Rechne so jedes Möbel durch, das im Ganzen reist, zähl die Decken zusammen und leg einige als Zwischenlagen für Platten und gestapelte Stühle dazu.
Stretchfolie: wie viel du brauchst
Stretchfolie wickelst du in Runden um das Möbel, und jede Runde überlappt die vorige zur Hälfte. So liegt die Folie überall doppelt. Für eine Runde brauchst du den Umfang des Möbels, also zweimal die Summe aus Breite und Tiefe; die Zahl der Runden ergibt sich aus der Höhe und der halben Folienbreite. Miss Breite, Tiefe und Höhe mit der Decke darauf. Für eine Kommode mit 120 cm Breite, 50 cm Tiefe und 90 cm Höhe und Folie mit 50 cm Breite sieht das so aus:
So rechnest du
- Umfang2 × (120 cm + 50 cm)3,40 m
- Vorschub je Runde50 cm Folienbreite ÷ 225 cm
- Runden90 cm ÷ 25 cm = 3,6, aufgerundet4 Runden
- Folie für die Kommode4 × 3,40 m13,60 m
Stretchfolie für dein Möbel
- Umfang3,40 m
- Vorschub je Runde25 cm
- Runden4 Runden
- Folie für dieses Möbel13,60 m
Eine Rolle mit 300 m reicht damit für rund 20 Möbel dieser Größe. Bei Hornbach kostet die Rolle ab 6 Stück 13,95 € statt 14,95 €.
Oberfläche und gefährdete Stellen bestimmen
Räum das Möbel leer und fotografier es von allen Seiten, bevor du es einhüllst; die Fotos zeigen am Ziel, ob ein Kratzer neu ist. Wisch Staub und Krümel ab und lass feucht gereinigte Flächen trocknen, denn jedes Sandkorn unter der Decke reibt beim Tragen über die Oberfläche.
Für die Wahl der Kontaktlage zählt die äußerste Schicht, nicht das Material darunter. Eine lackierte Massivholzplatte behandelst du wie Lack. Geöltes oder gewachstes Holz fühlt sich offenporig an, Lack bildet eine geschlossene Schicht, Hochglanz zeigt jeden Kratzer. Furnier und Dekorfolie sind dünne Deckschichten, deren Kanten bei einem Stoß abplatzen. Bei Polstermöbeln unterscheidest du Stoff, Leder und Kunstleder.
Dann gehst du einmal um das Möbel herum und suchst die Stellen, die zuerst anstoßen: Ecken und Kanten von Platten, Füße und Beine, Griffe, Knäufe und Scharniere, bei Sofas Armlehnen und Kufen. Glas ist an den Kanten besonders empfindlich; nach den Hinweisen von IKEA zu gehärtetem Glas können Kratzer oder beschädigte Kanten das Glas im Ausnahmefall springen lassen. Was sich abschrauben lässt, schraubst du ab. Wie du größere Möbel zerlegst, zeigt der Ratgeber Möbel abbauen; Bilder und Spiegel verpackst du nach der Anleitung Bilder verpacken.
Drei Lagen: Kontakt, Polster, Hülle
Jede Lage hat eine eigene Aufgabe, und keine ersetzt die andere. Von außen nach innen sieht der Aufbau so aus.
Schichtaufbau
Möbel verpacken im Schnitt
außen
Stretchfolie
Die Stretchfolie hält alles zusammen und schützt vor Staub.
Kantenschutz
Kantenschutz sitzt über der Decke auf Ecken und Plattenkanten und nimmt Stöße auf, bevor sie die Kante erreichen.
Möbeldecke
Die Möbeldecke polstert Flächen und Fronten.
Kontaktlage, Baumwolle oder Schaumfolie
Direkt auf dem Möbel liegt eine glatte, saubere Kontaktlage aus Baumwolle oder Schaumfolie, die nicht scheuert.
Möbeloberfläche
Auf Lack, Hochglanz, Stoff und Leder fängst du mit der Kontaktlage an und legst sie glatt auf alle Flächen, die Decke oder Folie berühren; auf geöltes Holz und Glas darf die Decke direkt. Darüber kommt die Decke, bei einer Kommode eine über Oberseite und Front und eine zweite um Seiten und Rückwand. Steck den Kantenschutz auf die Ecken und wickle die Stretchfolie zuletzt in Runden um das Paket, unten beginnend. Zieh sie nur so fest, dass Decken und Türen nicht verrutschen. Zwischen dünnen Stuhl- oder Tischbeinen spannt straffe Folie die Beine zueinander; wickle jedes Bein einzeln.
Irrtum
„Eine dicke Lage Stretchfolie schützt das Möbel.“
Richtig
Stretchfolie hält Decken und Polster zusammen, Stöße fängt sie nicht ab.
Irrtum
„Malerkrepp löst sich sauber, der darf aufs Möbel.“
Richtig
Auch Malerkrepp gehört nicht auf die Oberfläche: Bei Holz mit älteren Lacken oder Lasuren haften die Beschichtungen oft nicht mehr so fest, und zu stark klebende Bänder reißen sie beim Abziehen mit, warnt der Klebebandhersteller tesa.
Zum Befestigen und Beschriften klebst du Band deshalb nur auf Folie und Pappe.
Einlagern: Folie abnehmen
Stretch- und Luftpolsterfolie aus Polyethylen sind dicht. Für den Umzugstag ist das gewollt, für Wochen im Lager nicht. Holz nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf und gibt sie wieder ab, und bei ständig erhöhter Luftfeuchtigkeit drohen nach den Hinweisen eines Polstermöbelherstellers Schimmel und Materialschäden. Auch tesa warnt beim Abdecken von Holz vor gestauter Feuchtigkeit und rät, Abdeckungen lose überlappen zu lassen, damit Luft darunter kommt. Kommen Möbel ins Lager, nimmst du die Folie nach dem Transport ab und lässt nur Decken oder Laken locker darauf.
Was direkt auf welche Oberfläche darf
Die Übersicht zeigt, welches Material direkt auf der Fläche liegen darf. Bedingt heißt: nur mit einem Laken darunter oder nur für den Transporttag. Einzig Baumwolle darf überall und auch im Lager direkt aufliegen.
Übersicht
Was direkt auf der Fläche liegen darf
| Material direkt auf der Fläche | Holz, geölt oder gewachst | Lack, Hochglanz | Glas, Spiegel | Stoffbezug | Leder, Kunstleder |
|---|---|---|---|---|---|
| Baumwolltuch, Laken, farbecht | geeignet | geeignet | geeignet | geeignet | geeignet |
| Möbeldecke | geeignet | bedingt | geeignet | bedingt | bedingt |
| Schaumfolie, Luftpolsterfolie | bedingt | bedingt | geeignet | bedingt | bedingt |
| Selbstklebender Kantenschutz | ungeeignet | ungeeignet | bedingt | ungeeignet | ungeeignet |
| Klebeband, auch Malerkrepp | ungeeignet | ungeeignet | ungeeignet | ungeeignet | ungeeignet |
Möbeldecken werden immer wieder benutzt, im Gewebe sitzen Sand und Splitt. Auf Holz und Glas legst du sie direkt; IKEA empfiehlt sogar, Glas auf eine Decke oder den Verpackungskarton zu stellen, nie auf harten Untergrund. Auf Lack und Hochglanz kommt erst ein Laken, damit die Decke nicht scheuert. Auf Stoff und Leder gilt dasselbe aus einem zweiten Grund: Nicht farbechte Textilien können auf helle wie dunkle Bezüge abfärben.
Folien auf Holz und Polstern sind für den Transporttag in Ordnung, nicht für die Lagerung. Bei längerem Kontakt können außerdem bestimmte synthetische Materialien mit Lackoberflächen reagieren, schreibt ein Möbelhersteller zu Tischdecken und Unterlegern; als Unterlage werden deshalb vielfach Baumwolle oder Molton empfohlen. Selbstklebender Kantenschutz wird als rückstandsfrei ablösbar verkauft, auf Lack und geöltem Holz steckst du trotzdem lieber ein U-Profil auf oder klebst den Schutz auf die Decke. Auf Glas, das keine Beschichtung hat, geht er.
Schrank, Tisch, Stuhl und Sofa verpacken
Kommode und Schrank bleiben im Ganzen, wenn sie durch Tür und Treppenhaus passen. Schubladen leerst du vollständig; sie dürfen drin bleiben, wenn sie geschlossen am Korpus gehalten werden: Decke über Front und Seiten, Stretchfolie rundum. Türen schließt du, ziehst den Schlüssel ab und steckst ihn in den Beutel mit den Kleinteilen. Passt ein Schrank nicht durchs Treppenhaus oder ist er zu schwer, zerlegst du ihn vorher.
Tische trägst du ohne Beine, wenn sie sich abschrauben lassen. Die Platte bekommt Kontaktlage und Decke, auf die Kanten U-Profile; die Beine wickelst du einzeln in Luftpolsterfolie und bündelst sie mit Stretchfolie. Eine Glasplatte packst du zwischen zwei Zuschnitte Wellpappe, mit Schaumfolie innen und Kantenschutz an allen vier Ecken. Die Platte reist hochkant, nie flach unter anderer Ladung.
Stühle wickelst du einzeln, Sitzfläche und Lehne mit Decke, die Beine mit Luftpolsterfolie. Stapelbare Stühle stapelst du nur mit einer Decke zwischen jedem Paar.
Sofa und Sessel bekommen ein Laken, darüber eine Decke über Armlehnen und Rücken und außen Stretchfolie. Hat das Sofa eine Mechanik, etwa einen Drehsitz oder verstellbare Kopfteile, prüfst du die Anleitung auf eine Transportsicherung: Ein Hersteller sichert die Drehsitzfunktion seiner Modelle für den Transport mit einer Schraubverbindung. Wie du ein zu großes Sofa zerlegst, erklärt der Ratgeber Sofa auseinanderbauen.
Glasböden aus Regalen und Vitrinen nimmst du heraus und packst jeden einzeln, hochkant und mit Kantenschutz. Schrauben, Bodenträger und Beschläge kommen in beschriftete Beutel; den Beutel klebst du mit Packband außen auf die Folie des Möbels, zu dem er gehört.
Tragen, beschriften und auspacken
Bevor die letzte Lage Folie kommt, legst du fest, wo angefasst wird, und lässt diese Stellen frei von Deckenbündeln. Für Polstermöbel nennt ein Hersteller klare Regeln: zu zweit oder mehreren tragen, nicht an Kopf- und Fußteilen anheben, nicht schieben oder ziehen, sondern nur am unteren Gestellrahmen heben. Folie ist kein Griff; sie reißt und rutscht.
Beschrifte jedes Paket auf einem Streifen Malerkrepp, der auf der Folie klebt: Zielraum, Möbel, bei Bedarf „oben“ und die Kennung der Kleinteile. Kontrolliere vor dem Anheben, ob die Eckpolster noch sitzen und die Türen geschlossen bleiben.
Die Verpackung schützt das Möbel, sie sichert es nicht im Fahrzeug. Nach § 22 Absatz 1 StVO muss die Ladung so verstaut und gesichert sein, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutscht, umfällt oder herabfällt. Wie du dafür Gurte und Zurrpunkte nutzt, steht im Ratgeber Umzug: Transporter beladen.
Am Ziel stellst du das Möbel erst an seinen Platz und packst dann aus.
Nimm die Lagen nacheinander ab, vergleiche den Zustand mit deinen Fotos und schraub Griffe und Füße aus den Beuteln gleich wieder an.
